Buch · Rezension

Deutsche Geschichte. Die große Bild-Enzyklopädie

Bildbände und Enzyklopädien über die deutsche Geschichte gibt es zuhauf. Der Dorling & Kindersley Verlag trumpft jedoch mit ausdrucksstarken Bildern, welche die Geschichte Deutschlands in einer Art und Weise erzählen, die packend und mitreißend ist. Außerdem zeigt diese Enzyklopädie, wie lang und schillernd die Geschichte von Europas Mitte war.

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Buch · Rezension

Peter Tremayne: Der Tote am Steinkreuz (Schwester Fidelma ermittelt, Bd. 5)

Nicht nur wegen der drolligen Cover bin ich gerade im Fidelma-Rausch. Es hat sich schleichend ergeben, dass ich die kurzen historischen Krimis von Peter Tremayne kaum aus der Hand legen kann. Der Tode am Steinkreuz ist ein weiterer Roman, in dem die frühmittelalterliche irische Geistliche und Anwältin Fidelma und ihr Freund Eadulf mehrere Morde aufklären.

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Ausstellung · Museumsbesuch

Von Göttern und Götzen – eine Themenführung im Archäologischen Landesmuseum von Brandenburg

Obwohl es hier beim quâtspreche langsam so aussieht, als würde ich nur noch Bücher lesen und rezensieren, passiert drum herum doch so einiges. An einem wunderschönen Sonntag bin ich von Berlin mit der Bahn nach Brandenburg an der Havel gefahren, denn im dortigen Archäologischen Landesmuseum gab es eine Sonderführung mit dem Titel „Von Götter & Götzen – Glaubensvorstellungen im Wandel der Zeit“.

Die Fahrt dauerte 50 Minuten und die liebe Janin, die hier auch schon eine Rezension veröffentlichte, begleitete mich. Vom Bahnhof waren es 10 Minuten Fußweg zum Museum, welches idyllisch auf einer Insel in der Innenstadt liegt. Das Archäologische Landesmuseum belegt die modernisierten Räumlichkeiten des Pauliklosters, das sich mit seinen hohen Backsteinwänden aus dem 14. Jahrhundert eindrucksvoll dem blauen Himmel entgegenreckte.

Die Sonderführungen beginnen meistens um 15 Uhr, so dass wir noch drei Stunden Zeit hatten uns die beeindruckende Dauerausstellung anzusehen. Die Räume sind wunderbar modern und frisch gestaltet. Das Auge hat immer wieder andere Einflüsse und Eindrücke und die Extrainformationen sind zwar etwas versteckt, sobald ich jedoch begriffen hatte, wie sie zu finden sind, erschloss sich noch eine weitere Möglichkeit der Informationsaufnahme – wenn ich Lust dazu hatte.

Bildquelle: Webseite des Archäologischen Landesmuseum, Quelle.

Die Funde in Brandenburg erstrecken sich von der Altsteinzeit (130 000 Jahre v. Chr.!!!) über die Bronzezeit (2000 – 800 Jahre v. Chr.) und das Mittelalter (500 – 1500 Jahre n. Chr.) bis in die Neuzeit (bis heute). Dabei fällt mir erneut auf, wie sehr die Zeitwahrnehmung damit beeinflusst wurde, dass irgendjemand plötzlich meinte bei Null mit der Jahreszählung neu zu beginnen. Von dem Jahr Null bis heute ist genau so viel Zeit vergangen, wie davor zur Bronzezeit. Ich finde diesen Aspekt immer wieder erstaunlich und auch, das wir so wenig darüber wissen, wie es den Menschen damals wirklich ging, was sie taten, wie sie sprachen oder wie sie ihre Umwelt wahrnahmen.

Bildquelle: Webseite des Archäologischen Landesmuseum, Quelle.

Sehr eindrucksvoll fand ich zum Ende der Ausstellung das Erdschichtenmodell „Stratorama“, das alle Epochen einfängt und aus Sicht der Archäologie darstellt. Die wunderbaren Details sind großartig dargestellt, vom slawischen Körpergrab, über einen versteckten Münzschatz in einem Keramikgefäß, bis hin zu der zugeschütteten Kellernische aus der Kriegszeit des letzten Jahrhunderts.

 


https://fatimadjamila.files.wordpress.com/2016/11/neolitiska-evolutionen-trepaneringsritualen-rand.jpg?w=273&h=391
„Neolitiska Evolutionen (Trepaneringsritualen)„, Kunst von Fatima, Quelle: fatimadjamila.wordpress.com

Die Sonderführung wurde von der bezaubernden Fatima Wollgast gestaltet. Sie leitete uns durch die Jahrtausende, schaffte Kontext und ein wenig Hintergrundwissen und machte uns auf die Kleinigkeiten und Unterschiede aufmerksam.

 

Vor allem wies sie darauf hin, dass viele Erkenntnisse aus Interpretationen der Archäologen bestehen (was ich nicht oft genug betonen kann!). Einiges davon mag der Wahrheit nahe kommen, jedoch kann keiner sagen wie nahe.

Spannend finde ich die Vermutung, dass die Höhlenmalereien von Jagdszenen als Glückszauber angesehen werden. Als eine Art von Wunschdenken und Visualisierung um das zu bekommen, was man will. (Ist das nicht auch die Art und Weise der Superreichen noch reicher zu werden? xD)

Und beeindruckend fand ich den einen mittelsteinzeitlichen Knochenfund einer Frau, an deren Schädel einige gleichartige Hirschknochen gefunden wurden. Fatima zeigte uns zum Vergleich ein Bild der Schamanin von Bad Dürrenberg. Offenbar gab es zu dieser Zeit einige weibliche Skelette, die verschiedene tierische Knochen um ihren Körper trugen oder damit begraben wurden. Sie werden von der Forschung ‚Schamanen‘ genannt, denn die Grabbeigaben sind recht ungewöhnlich. Die bildliche Rekonstruktion der Schamanin machte mich sprachlos und nachdenklich.

Die Frau wurde mit verschiedensten Tierknochen begraben: Biber, Hirsch, Kranich, Reh, Wildschwein, Wisent, Panzerbruchstücke von Sumpfschildkröten und Muschelschalenreste. Bildquelle: Testudowelt. 

Die komplette Sonderführung war meiner Meinung nach ein voller Erfolg. Sie war informativ, kreativ und nicht zu lang. Es durften jederzeit Fragen gestellt werden, die Fatima Wollgast seriös beantworten konnte. Ich war rundum zufrieden und fahre gerne wieder ins schöne Brandenburg an der Havel.

Buch · Rezension

Dirk Husemann: Ein Elefant für Karl den Großen

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Isaak von Köln wird kurz nach 800 von Karl dem Großen auf eine Friedensmission geschickt. Doch ist es wirklich Frieden, den der Jude durch die halbe Welt transportiert, oder eine zu schwere Bürde?
Die fesselnde und überaus spannende Geschichte von Dirk Husemann, die alle westlichen Kulturen zusammen bringt, war bis zur letzten Seite absolut lesenswert.

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Allgemein

Von Wikingern und Alkohol

Wikinger und wilde Trinkgelage gehören offensichtlich zusammen. Selbst in der Edda wird Met und der reichliche Konsum desselben mehr als einmal thematisiert. Es verwundert daher nicht, dass auch existenzumgreifende Entscheidungen vom Alkohol beeinflusst worden sein sollen. Mit den Geboten des christlichen Gottes konnten sich die Wikinger wohl arrangieren, ein Alkoholverbot jedoch wurde als untragbar und undurchführbar empfunden. So entschied sich ein Stammesoberhaupt für das Christentum und gegen den Islam, als er auf der Suche nach einer bindenden neuen Religion für sein Volk war. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Nicht Unterschiede in der Vorstellung vom Paradies oder der Umgang mit außerehelichem Sex waren das ausschlaggebende Kriterium, sondern das Verbot beziehungsweise die Duldung von Alkohol!

Knut der Große, illustriert in einer Initiale eines mittelalterlichen Manuskripts um 1320

Schade nur, dass ich die Quelle zu dieser wunderbaren Geschichte nicht kenne. Kann vielleicht einer von Euch aushelfen?