Buch · Rezension

Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

Was passiert, wenn die Bienen auf unserer Erde weiter sterben? Und wann hat das sogenannte Bienensterben eigentlich begonnen? In ihrem Roman ‚Die Geschichte der Bienen‚ versucht Maja Lunde diesen Fragen nachzukommen. Sie versucht einen roten Faden zu finden und spinnt diesen weiter. Dies hat sie auf eine berührende Art geschafft, die mich gefangen hält und zum Nachdenken bringt.

Auf den ersten Blick scheinen die drei Zeitstränge nichts miteinander zu tun zu haben. Ein unsicherer und unbekannter englischer Forscher aus dem 19. Jahrhundert, ein amerikanischer Bienenfarmer aus der Gegenwart und eine chinesische Bestäuberin aus dem späten 21. Jahrhundert versuchen jeweils ihr Leben in den Griff zu bekommen. Jede Zeit kämpft mit ihren ganz eigenen Schwierigkeiten und die Protagonisten tragen ihren Beitrag zur Geschichte der Menschheit bei. Manchmal ist es nicht die große Erfindung oder der Bestseller, der die Zukunft beeinflusst. Manchmal ist es die Alltäglichkeit oder der kleine, ungefeierte Erfolg, der am Ende in einer Kiste auf dem Dachboden landet.

Ich will von dem Inhalt gar nicht so viel erzählen, denn es ist wirklich sehr viel spannender, wenn man selbst auf den wirklich überraschenden Handlungsstrang kommt. Dass es um Bienen geht, verrät der Titel. Doch es geht um noch viel mehr.

Maja Lunde erzählt hier nicht nur eine Geschichte der Bienen, sondern eine mögliche Zukunft, die entstehen könnte, wenn der Mensch weiterhin ausbeuterisch mit dem Planeten umgeht. Über die Konsequenzen des Bienensterbens, oder auch CCD (colony collapse disorder), ist sich die Industrie vielleicht nicht gänzlich bewusst. Bienen werden in ihren Stöcken kilometerweit durch das Land gefahren, um Pflanzen in Gegenden zu bestäuben, die nicht selbst genug Bienen züchten können. Zuerst dachte ich, dass Maja Lunde sich dieses Szenario ausgedacht hat, um die Gegenwart dramatischer darzustellen, als sie ist. Aber das ist absolut nicht der Fall. Dieses Vorgehen gibt es wirklich. Und ich empfinde es als sehr absurd.

Bevor ich mich länger über das Fehlverhalten des Kapitalismus aufrege, empfehle ich lieber dieses Buch. Ich bin stolz darauf, dass es in meiner Zeit Menschen gibt, die es verstehen in den ihnen zugetragenen Kanälen Aufklärung zu betreiben. Die Norwegerin hat mit ihrem Buch nicht nur mir die Augen geöffnet, davon bin ich überzeugt.

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Ein Kommentar zu „Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

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