Buch · Rezension

Snorri Kristjánsson: Blut und Gold

Eine Familie, ein Schatz und eine Legende. Vier Geschwister kommen bei ihren Eltern zusammen um die Familienbande zu stärken. Doch die vier sturköpfigen Familienoberhäupter sind nicht nur wegen der Treue zur Familie anwesend. Der Vater soll einen Schatz vor Jahrzehnten vergraben haben um ihn seinem Erben auszuzahlen. Doch gibt es diesen Schatz überhaupt? Und was kann Helga, die junge Ziehtochter für sich erhoffen?

Meine liebsten Genres sind historische Romane und Krimis. Hier wurde von Snorri Kristjánsson vorzüglich bewiesen, dass es zwei sind, sie wunderbar miteinander harmonieren können. Spannend und wunderbar robust. Ich bin bis zum Schluss nicht darauf gekommen, wer es gewesen ist. Und dadurch hat für mich dieses Buch schon gewonnen.

Im Grunde ist es eine Familiengeschichte im frühen Mittelalter. Im Mittelpunkt steht die junge Helga, eine Ziehtochter der Familie. Sie lebt als einzige bei den Eltern und sieht mit an, wie die streitlustigen Geschwister mit deren Familien für ein paar Tage heimkehren. Und dann passiert das Undenkbare. Einer der Brüder wird ermordet. Helga bewahrt einen klaren Kopf und beginnt heimlich die Leiche zu untersuchen. Und nicht nur das. In ihrem Kopf verschmelzen Gesagtes, Taten und Tatsachen zu einem Bild. Sie schafft es im Hintergrund ohne viel Orte den Menschen genau das zu entlocken, was sie hören will.

Schließlich kann sie den Täter zu einem Geständnis vor der ganzen Familie verleiten. Und das, obwohl sie eher in den Schatten wandelt. Bis zum Schluss. Und danach macht sie sich auf die Reise und will die Welt kennenlernen. Ich hoffe einfach, dass bald noch mehr Teile erscheinen und die schüchterne Helga eine meisterhafte Detektivin wird.


Ich finde den historischen Krimi „Blut und Gold“ aus vielen Gründen sehr gelungen. Die Story ist gut und handfest. Es gibt viele Charaktere mit unterschiedlichen, sehr ausgeprägten Stimmungsschwankungen, die aber alle nicht aus der Luft gegriffen sind. Er bietet außerdem einblick in das frühmittelalterliche Alltagsleben, die Bräuche und Umgangsformen in Norwegen. Und er bietet mehrere parallel laufende Handlungsstränge. Gerade letzteres finde ich meisterhaft gelungen.

Ich danke Snorri Kristjánsson für diesen meisterhaften Roman. Ich konnte es nicht aus der Hand legen, es war innerhalb von 20 Stunden verschlungen.

 

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