Buch · Rezension · [OFF-Topic]

Brunonia Barry: Die Frauen von Salem

Nachdem ich mehrere Rezensionen las und mich aktuell (immer wieder im Oktober) mit dem Thema der Hexenverfolgung beschäftige, kam dieser Roman von Brunonia Barry gerade richtig. Dachte ich zumindest. Ich hatte einen fantastischen Roman erwartet, eine Mischung zwischen Krimi und Fantasy. Jedoch erwartete mich (nur) ein einfacher Krimi, durchaus spannend, jedoch nicht mehr.

An Halloween 1989 wurden in Salem Morde verübt. Es gibt zwei überlebende: ein kleines fünfjähriges Mädchen namens Callie und ihre Tante Rose, eine stadtbekannte Historikerin. Beide sind stark traumatisiert und ihre Wege trennen sich. Nach 25 Jahren führen ihre Wege jedoch wieder zusammen, denn an Halloween 2014 stirbt wieder jemand. Rose ist an beiden Unglücksfällen beteiligt, doch sie besteht darauf, dass eine ‚Banshee‘ für die Morde verantwortlich war.

Der Polizeichef von Salem macht sich an die Arbeit, denn der zurückliegende Fall wird plötzlich wieder aktuell. Doch wie soll er eine Banshee verhaften? Gut, dass viele Frauen in der Stadt über außergewöhnliche Talente verfügen und ihn bei seinen Ermittlungen unterstützen. Durch präzise Polizeiarbeit und durch die wiederkehrenden Erinnerungen von Callie können die Puzzleteile zusammengesetzt werden.


Die amerikanische Stadt Salem in Massachusetts hat eine lange und bewegte Vergangenheit. In dem Roman lernte ich viel über die Gründungszeit der Stadt, über den unterschied zwischen dem katholischen und puritanischen Glauben und darüber, wie es zu den schrecklichen Hexenprozessen 1692 gekommen ist. Er animierte mich dazu, mich mehr mit der Stadt und deren Geschichte zu beschäftigen und dafür bin ich dankbar.

Das Hexenmuseum in Salem (MA). (Bild: Neckhair) Quelle

Gut, dass die Stadt begriffen hat, wie Marketing und Tourismus funktioniert und wie damit Geld zu machen ist. Auch einige dieser Strömungen habe ich aus dem Roman erfahren und nehme sie als so real beschrieben wahr, dass ich mir vorstellen kann wie die Autorin in einem Café in Salem gesessen hat um ihre Umgebung zu beobachten und zu recherchieren.

Ich kann auch verstehen, dass der Ort eine Pilgerstätte für die pagane Szene geworden ist. Im Gegensatz zu Deutschland und Europa ist die neopagane Hexenreligion ‚Wicca‚ in Amerika eine anerkannte Religion, der jeder beitreten kann (was ich persönlich sehr vernünftig finde). Das daraus für Touristen und Schaulustige noch etwas Geld gemacht wird, finde ich nicht unpassend – das machen andere Religionen auch.


Über den Roman im Allgemeinen kann ich sagen, dass ich sehr gut unterhalten wurde. Das Thema ist nicht neu, jedoch immer wieder spannend. Brunonia Barry ist eine hervorragende Schriftstellerin und ich freue mich auf die nächsten Teil und weitere Geschichten aus Salem.

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