Buch · Rezension

Linnea Hartsuyker: Krone und Feuer (Die Fjordland-Saga, Bd. 1)

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Was tut eine Historikerin, die erfährt, dass sie von dem norwegischen König Harald I. abstammt? Genau, Sie schreibt einen Abenteuerroman über den mittelalterlichen König! Und dieser wird auch noch ziemlich gut, denn er strotzt vor Abenteuern, Gefahren und Mut. Und es ist auch noch ein Wikinger-Roman, womit alle meine Wünsche an einen Roman erfüllt wären.
Doch kann eine Geschichte mit Wikingern nach der Serie Vikings überhaupt noch ernst genommen werden? Ja kann sie, wenn sie so wunderbar erzählt ist wie Krone und Feuer von Linnea Hartsuyker.

Im frühmittelalterlichen Norwegen kämpfen junge Männer in fernen Ländern um Macht und Reichtum. Doch was passiert, wenn diese heim kommen und sich einen Platz in der Welt suchen müssen?

Der junge Kämpfer Ragnvald und seine jüngere Schwester Svanhild sind vom Schicksal geschlagen. Der Stiefvater ersinnt einen Plan um die Geschwister loszuwerden und seine eigenen Söhne als Erben einzusetzen. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken ist beiden ein schlagend ehrlicher Charakter gegeben worden, der ihnen einen steinigen Weg beschert. Nur mit Mut und unverschämten Glück können sie ihm folgen und ihre Bestimmung erfüllen.

Rangvald, der auch der Halb-Ertrunkene genannt wird, steht plötzlich zwischen zwei mächtigen Königen und muss seinen Platz zwischen aufstebenden Söhnen, machtgierigen Onkeln und übereifrigen Jünglingen behaupten. Er wird zum engsten Berater des jungen Königs Harald, der danach strebt die kleinen Königreiche zu einem großen zu vereinen und sich selbst auf den Thron zu setzen.

Die schöne Svanhild kämpft in der Frauenwelt mit sich und ihren Wünschen nach einem Ehemann, der ihr Freiheiten erlaubt, die sonst nicht erduldet wurden. Diese Freiheiten findet sie ausgerechnet in den Armen des Mannes, der ihren Bruder ermorden sollte. Auch führt dieser die Gegner Haralds an, wodurch die Kluft zu ihrer Familie noch weiter wächst.

Männliches Ehrgefühl, Liebe, Familie und der Wunsch nach einem sicheren Zuhause führt die Geschwister an gegnerische Fronten. Im Auftackt der Fjordland-Saga scheint die Zukunft ungewiss, jedoch auch positiv für beide Seiten zu sein.


Linnea Hartsuyker erschuf wunderbar schillernde Charaktere und Sittuationen, die mich fesselten und begeisterten. Durch ihre glaubhafte Darstellung beider Seiten und verschiedenen Standpunkten gibt es keine nur guten oder nur schlechten Charaktere, sondern komplexe Figuren, die wunderbar menschlich sind.

Sicherlich deswegen blieb mir diese Geschichte noch länger in den Gedanken und ich freue mich sehr auf die nächsten Teile. Ich hoffe, dass der Verlag es bei den Folgeromanen schafft, einen besseren Titel für die deutsche Ausgabe zu finden, denn der jetzige klingt doch sehr abgedroschen. Der übersetzte Originaltitel wäre um einiges besser und zutreffender gewesen.

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