Buch · Rezension

Rebecca Gablé: Die fremde Königin

Die fremde Königin von Rebecca Gablé, erschienen beim Lübbe Verlag, ist mein erster Roman der erfolgreichen Schriftstellerin. Vor allem ist sie durch ihre Romane über das britische Mittelalter bekannt, doch der Roman, den ich las, spielte im Frühmittelalter in Mitteleuropa. Die sehr junge italienische Prinzessin Adelheit wurde entführt und ein ganz besonderer Ritter wird ausgesandt um sie aus ihrem Gefängnis zu befreien.

Adelheit von Burgund ist erst 19 Jahre, als sie und ihre kleine Tochter von dem Mörder ihres Mannes (König Lothar von Italien) entführt und gefangen gehalten wird. Sie entkommt und heiratet kurz darauf Otto von Pavia, der auch Otto der Große genannt wird. In Gablés Roman verhilft ihr ein junger Krieger mit festen Grundsätzen zur Flucht und wird fortan ihr Schatten, um sie vor allem Bösen zu bewahren. Gaidemar, der selbst eine verworrene Geschichte mit sich herum trägt, hadert mit seinem Schicksal und dem seiner Königin.

Der charmante Krieger ist der eigentliche Protagonist des Romans, denn auch wenn der Titel auf die Königin schließen lässt, so spielt sie nur eine größere Nebenrolle. Ich erhielt mehr Einblick in das Gefühlsleben des Gaidemar, denn von Adelheit, die ich ein wenig wie aus der Ferne wahrnahm. Dadurch konnte ich aber von Beginn an Gaidemars Sicht und Gefühle besser nachvollziehen und verstehen. Gablé versteht es ihren Charakteren ein schillerndes Gewand anzulegen, das größtenteils absolut natürlich wirkt.

Kaiserin Adelheid neben ihrem Gemahl König Otto I. im Meißner Dom, Quelle.

Die etwa 1000 Seiten kamen mir nicht sehr lang vor. Der Schreibstil und die Übersetzung sind fabelhaft, vital und spannend. Jedoch blieb mir die ganze Geschichte nicht sehr in Erinnerung. Zu wenig Ecken und Kanten, zu wenig tiefe Gefühle und ein zu geraffter Zeitstrang ließen ein leicht gehetztes Gefühl zurück. Lieber hätte ich die Charaktere besser kennen gelernt und Einblick in ihr Seelenleben erhalten, als geschichtliche und  verworrene Ereignisse miteinander verknüpft zu wissen.

Es ist ein guter Roman, keine Frage. Ich werde sicherlich auch die anderen Bücher dieser Reihe von ihr lesen, vielleicht ergibt sich dann ein vollständigeres Bild.

 

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2 Kommentare zu „Rebecca Gablé: Die fremde Königin

  1. „Die fremde Königin“ habe ich noch nicht gelesen, aber einen Großteil der anderen Werke von Rebecca Gablé. Du hast recht – sie ist vor allem durch ihre Werke über das englische Mittelalter bekannt, und die sind (zumindest die Waringham-Saga) – ohne Zweifel – die besten historischen Bücher, die ich je gelesen habe. Ich habe sie schon mehrmals gelesen, zehntausende Seiten Gablé, und noch immer gerate ich vollends ins Schwärmen über die tolle Recherche, den phantastischen Schreibstil und die bestechende Handlung. Ich hoffe, dass mich die Romane zur deutschen Geschichte irgendwann genauso begeistern :), aber da mir das thematisch etwas weniger liegt, befinden sich die Bücher noch auf meinem SuB :).

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