Allgemein · Reiseberichte

Der Königin-Luise-Ball im Frühjahr 2017

Pünktlich zu meinem Monatsthema entschloss ich mich mit einigen Freunden (darunter auch Sissie von Phoebes Bücher) zu dem Königin-Luise-Ball im Schloss Friedrichsfelde zu gehen. Das Schlößchen liegt im Berliner Tierpark und ist wunderschön restauriert. Das Empire-Regency-Thema faszinierte mich sofort und machte mich dann etwas ratlos, denn außer die Jane Austen Verfilmungen hatte ich bisher wenig Kontakt mit der Mode oder gar den Tänzen. Ja richtig, Tänze!!!

Die Vorbereitung auf den Ball begannen schon Wochen vor der Veranstaltung. Da ich nicht der Typ bin, der ein Kleid leihen würde und schon Erfahrung im Nähen habe, viel mit die Entscheidung nicht schwer ein eigenes Kleid zu nähen. Nur wie und was? Aufgrund meiner Körperkunst, die nicht so recht in dieses Jahrhundert zu passen schien, wählte ich statt Puffärmel einen halben glatten Arm und ein Wickelkleid, damit ich mich selbst anziehen konnte.

Ich wählte einen Schnitt aus dem sehr späten 18. Jahrhundert, der aber sicherlich durchaus noch 1810 getragen wurde.

Bild und auch eine originale Rekonstruktion auf der Homepage ‚The John Marshall House Dress

Nach meinem Glücksfund im Stoffladen, begann ich dann zaghaft den Zuschnitt. Mit mittelalterlicher Kleidung habe ich nun wirklich viel Erfahrung, aber hier musste ich viel mehr Teile zuschneiden, viel mehr an meine Körperform anpassen und viel kleinere Stiche machen – am besten welche, die man gar nicht sehen kann. Wer mehr dazu wissen möchte oder selbst etwas ausprobieren will, der kann sich wirklich gute Tipps auf der Seite der Marquise holen!

Viele Tage später waren meine Hände voller Hornhaut und mein Kleid schon fertig zum Anpassen. Dank der Hilfe einer sehr begabten Freundin, verlief der ganze Prozess sehr reibungslos.

Dann war der große Tag gekommen. Wir waren eine recht große Truppe und alle hatten sich mega schick in Schale geworfen. Wir Mädels trafen uns vorher, frisierten uns gegenseitig die Haare, sahen zum sicherlich 1000sten Mal ‚Stolz und Vorurteil‘ und tranken ein wenig Sekt dazu. Die Fahrt durch Berlin war sehr spannend! Die Blicke sind unbezahlbar, aber ich kann es auch ein wenig  nachvollziehen. Wir hatten alle einen tollen Tag, waren gut drauf und sahen wirklich super schön aus.

Als wir am Schloß ankamen waren wir gleich von der allgemeinen Atmosphäre eingefangen, denn es gab einen Kostümzwang, der ausnahmslos alle Betraf, auch die Angestellten. Es gab Pralinen, Schokoerdbeeren zum Empfang und wir hatten noch Zeit Bilder in den wunderschönen Räumlichkeiten zu machen.

Das bin ich in meinem Kleid. Quelle: Privat.

Es waren wirklich viele Leute da, unter anderem auch das ‚Königspaar‘, dem sich jeder durch einen ‚Herold‘ vorstellen musste. Also wählten wir witzige Titel zu unseren Namen oder dachten uns gleich was ganz neues aus. Ein Knicks und ein Lächeln vor der Königin Luise mit den neugierig zuschauenden Gästen ließ auch mir die Röte in die Wangen steigen – so etwas mache ich auch nicht jeden Tag. Und kaum, dass alle vorgestellt wurden, begann auch schon die Livemusik und die Tänze. Gut, dass am Abend vorher ein Tanzkurs angeboten wurde, den wir besucht hatten, so waren wir vorbereitet. Reihentänze sind großartig auf solchen Veranstaltungen, denn sie ermöglichen allen Beteiligten viele Bekanntschaften zu schließen. Dadurch, dass nicht jeder an einen Partner gebunden ist, lernt man so gut wie alle Anwesenden kennen. Mindestens für einen Tanzschritt berührt man die Hand eines Fremden, oder tanzt gleich den ganzen Tanz mit ihm. Es kann nebenbei mit den Freundinnen gelacht und gescherzt werden, ohne dass es unpassend ist.

Dank der kundigen Tanzlehrer kann auch sofort jeder Neuling mit einsteigen, denn vor jedem Tanz wurden die Schritte einmal trocken durchlaufen.

Ich hatte einen wunderbaren Abend und stellte fest, dass ich jede Art von Tanz liebe, egal aus welchem Jahrhundert er stammt. Bewegung zur Musik ist wohl etwas, dass alle Kulturen in jeder Epoche fasziniert und beschäftigt hat. Ob zu kulturellen oder religiösen Zwecken, Musik und Tanz sind unweigerlich miteinander durch ungreifbare Emotionen verbunden und schaffen dadurch ihre eigenen Erinnerungen. Diese Veranstaltung ist meinerseits nur zu Empfehlen, wenn durch die Umgebung und die liebevollen Details werden dort wunderbare Erinnerungen geschaffen.


Der nächste Ball wird am 11. November dieses Jahres stattfinden und da ich schon mein Kleid habe, bin ich sicherlich wieder mit dabei! 😀

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2 Kommentare zu „Der Königin-Luise-Ball im Frühjahr 2017

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