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Quelle: Reclam

Statt dem Rezensionsmontag nutze ich dieses besondere Datum um auf eine ganz außergewöhnliche Autorin aufmerksam zu machen. Jane Austen starb am 18. Juli 1817 und heute stelle ich Euch ihre wohl persönlichsten Werke vor: ihre Briefe. In dieser wunderschönen Ausgabe sind jedoch nicht nur Briefe von Jane enthalten, sondern auch jene, die über sie berichten. So konnte ein schillerndes Bild der talentierten Schriftstellerin gewonnen werden.

 

Jane Austen lernt man über ihre Briefe wirklich gut kennen. Sie schilderte ihren Korrespondentinnen, meistens ihren Schwestern, ganz klar ihre Meinung über fast alle Dinge. Sie jammert und tratscht und der Leser erhält einen kleinen Eindruck davon, wie die Welt um 1800 in England ausgesehen hat.

Leider erhielten sich nicht alle Briefe von Jane, da ihre Schwester einen Großteil vor ihrem eigenen Tod verbrannte. Auch die Textstellen, die aus den vermachten Zeugnissen heraus geschnitten wurden, sind nicht mehr zu rekonstruieren. Es ist auch nicht ganz klar, ob Jane oder ihre Schwester Cassandra die Wörter heraus schnitt. Und auch wenn heute anders mit Nachlässen von Schriftstellern umgegangen wird, so war es damals ein ganz normales Vorgehen nach dem Tod eines Familienmitglieds persönliche Informationen zu vernichten. Somit sind uns nur noch 161 Briefe überliefert, wie viele verloren gegangen sind, ist nicht dokumentiert, es müssen jedoch eine Menge gewesen sein.

Vor ihrem ersten erhaltenen Brief, den sie mit 20 Jahren schrieb, wurden Beschreibungen von Verwandten hinzugezogen. So wurde sie mit 12 Jahren von Philadelphia Walter 1788 als „gar nicht hübsch und sehr geziert“ beschrieben. ( Seite 7) Doch sie wuchs wohl zu einer „vollkommenen Schönheit“ heran (Seite 8) mit sehr guten Französischkenntnissen (Seite 10).

So gedenken wir heute der wunderbar romantischen Autorin, die mit so jungen Jahren unverheiratet und kinderlos verstarb. Sie hinterließ diese aussagekräftigen Romane, die über 200 Jahre hinweg gelesen und in alle möglichen Medien rezipiert wurden.


Im wunderbaren Film ‚Geliebte Jane‘ von 2007 mit Anne Hathaway wurde die Zusammenstellung der Briefe und weitere Daten über Jane Austen verarbeitet. Dort wurden auch die Momente des Briefschreibens und Wörter heraus schneidens (leider im Trailer nicht zu sehen), sowie ihr Temperament wunderbar ehrlich und humorvoll dargestellt .

 


Quelle: Jane Austen: Ich bin so gütig, Dir wieder zu schreiben. Briefe. Mit weiteren Briefen und Dokumenten aus dem Familien- und Bekanntenkreis, Reclam, Stuttgart 2013.

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