Buch · Rezension

Dietmar Pieper und Eva-Maria Schnurr (Hrsg.): Die Reformation. Aufstand gegen Kaiser und Papst

Martin Luther und die Reformation. Dieses Jahr ‚feiern‘ wir im Oktober das 500-jährige Bestehen der größten christlichen Abspaltung der katholischen Kirche. Dazu gibt es dieses Jahr so einige Bücher, Dokumentationen und Ausstellungen um die Allgemeinheit erneut darüber aufzuklären. Das Jahr 1517 liegt schon ’nach‘ dem Spätmittelalter, oder ist Luther eigentlich derjenige, der den Wandel durch seine in die Wege geleitete Reformation in Gang setzt?

Die Reformation. Aufstand gegen Kaiser und Papst„, herausgegeben von Dietmar Pieper und Eva-Maria Schnurr, erschienen bei Randomhouse, beleuchtet das Thema Reformation von allen Seiten. Wie schon der Titel verrät, wird Martin Luther hier nicht als ein heldenhafter Retter der Kirche dargestellt, sondern als eine weitere Person des Fortschritts seiner Zeit. Spiegel-Autoren und Journalisten näherten sich dem Thema von sehr vielen Seiten und auf unterschiedlicher Art. Dieses Buch enthält so einige Überraschungen (positive und negative).

Positiv erachte ich die Vielfältigkeit der Beiträge. Es gibt Interviews der Autoren, die über Luther und seine Zeit erzählen. Es wurden auch Briefwechsel zusammengefasst und abgedruckt. Diese Elemente lockern das Gesamtbild auf und geben dem Kopf eine kleine Atempause.

Was ich jedoch nicht gut finde sind die fehlenden Quellen. Gerade bei der Wiedergabe von Briefen sollten die mindesten Angaben gemacht werden. Dieser Umstand wirkt sich leider für mich immer extrem auf die Glaubwürdigkeit der Autoren aus, auch wenn sie sicherlich seriös gearbeitet haben. Dabei ist es gar nicht so kompliziert, es existieren genügend Quellen von und über Martin Luther und wenn schon Informationen über ihn zusammen getragen werden, können sich doch gleich die genutzen Quellen notiert werden. Auch der Laie hat, meiner Meinung nach, ein Anrecht darauf, zu wissen, woher eine Information genommen und wie sie weiter verarbeitet wurde.

Dadurch bin ich der Publikation eher skeptisch gegenüber. Ja, sie verschafft einen guten Überblick. Aber bitte nur mit Vorsicht zu genießen!

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Ein Kommentar zu „Dietmar Pieper und Eva-Maria Schnurr (Hrsg.): Die Reformation. Aufstand gegen Kaiser und Papst

  1. Wie der Zufall es will, führte ich heute früh ein überaus anregendes, geradezu philosophisch zu nennendes Gespräch mit meiner lieben Kollegin Suse Danzer, und dabei haben wir unter anderem auch Martin Luther gestreift, bzw. die Fragestellung, woraus sich sein Revoluzzergeist speiste.
    War echt klasse, obwohl wir beide uns schreibend nicht der Zeit der frühen Aufklärung verschrieben haben (Suse treibt sich im ausgehenden 19., beginnenden 20. Jahrhundert herum) zeigte es sich, dass wir beide ohne Scheuklappen auch zu anderen Epochen interessiert und informiert sind.
    Luther ist schon überaus prägend gewesen.

    Gefällt 1 Person

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