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Dieses wundervolle Buch gewann ich bei einem kleinen weihnachtlichen Gewinnspiel und ich war selten so froh darüber etwas gewonnen zu haben. Obwohl ich erst skeptisch war, verflogen meine Sorgen nach nur wenigen Seiten. Katharina Münz hat eine unglaubliche Erzählkraft und zaubert starke Bilder.

Die Protagonistin Melwyn, die im frühmittelalterlichen England aufwächst, ist die Tochter eines Burgherren und seiner dänischen ‚Bettsklavin‘. Die mutige junge Frau träumte von einem einfachen Leben am Hof ihres Vaters, doch es kommt alles anders. Zur Weihnachtszeit im 9. Jahrhundert sind die heidnischen Bräuche der dänischen Sklaven nicht gern gesehen, jedoch unterhaltsam. Zum Mittwinterfest schluckt Melwyn eine Nuss, die ihr ihre Zukunft zeigt und diese sieht ganz anders aus, als die, die sie gerade beginnt zu leben.

Kaum, dass diese Geschichte beginnt, endet sie auch schon wieder, denn die kurze Episode ist ein Prequell der eigentlichen Geschichte. sie erzählt also den beginn, noch bevor Melwyn die Schildmaid eines dänischen Mannes wird. Was ihr noch bevor steht lässt sich nur erahnen, doch es ist Katharina Münz so gut gelungen mich zu fesseln, dass ich sofort den ersten Band „Die 13. Jungfrau“ der eigentlichen Geschichte lesen musste.

Wieso war ich vorher so skeptisch? Es gibt, meiner Meinung nach, nicht all zu viele gut recherchierte Romane, die im Frühmittelalter spielen. Das liegt womöglich daran, dass es generell recht wenig Quellen aus der Zeit gibt. Weder schriftliche, noch archäologische Auswertungen fundieren auf sicheren Erkenntnissen. Die Zeit von Karl dem Großen, den Wikingern, Franken und Rus ist nur partiell greifbar. Völker und einzelne Landstriche sind archäologisch gut erschlossen, jedoch fehlen schriftliche Aufzeichnungen um kulturelle Aspekte genau bestimmen zu können. Gut erhaltene Gräber (wie DIESES neu entdeckte) datieren und protokollieren die Existent vieler Gegenstände, wie Schmuck, Kleidung und Wappen, jedoch erklären sie keine Rituelle, Glaubensvorstellungen oder Ethnologie.

Witzig, leidenschaftlich und gut recherchiert startet die Kurzgeschichte und dient als wunderbarer Auftakt der Geschichte um Melwyn, der Schildmaid. Katharina Münz hat es wirklich gut geschafft die vorhandenen Fakten und aktuellen Interpretationen in eine glaubhafte Geschichte zu packen. Die ganze Serie ist absolut lesenswert.

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