Buch · Rezension

Peter Tremayne: Tod im Skriptorium (Schwester Fidelma ermittelt, Teil 3)

Fidelma ist im dritten Band der Reihe, nachdem sie in Nordengland und Rom ermittelte, in ihrem Heimatland Irland unterwegs. Das Irland des Frühmittelalters ist in kultureller, religiöser und politischer Hinsicht äußerst interressant. Fidelma bewegt sich genau auf diesem schmalen Grat dazwischen und meistert diese Aufgabe wieder sehr beispielhaft. Doch dieses Mal geht es um nichts geringeres als darum, einen Krieg zu verhindern.

Fidelma wird in eine sehr bekannte Abtei im heutigen Munster gerufen um den Mord an einem wichtigen Gelehrten aus Leinster zu untersuchen. Als sein ‚Wehrgeld‘ fordert das verfeindete angrenzende Land einen bestimmten Landstrich zurück. Diese Forderung steht schon seit Jahrhunderten im Raum, wird jedoch immer wieder abgelehnt, und endlich sehen die Herren Leinster ihre Gelegenheit.

Doch das irische Rechtssystem ist ist präzise und Fidelma findet am Ende auch die richtigen Worte, um den König von Munster beizustehen und die Forderung des ‚Wehrgelds‘ auszuschlagen. Doch bis dahin liegt ein weiter steiniger Weg vor der beredten Schwester. Fidelma muss in dieser Geschichte ihr ganzes Können unter Beweis stellen, denn sie muss alleine Ermitteln. Der sächsischer Bruder Eadulf, der sie in den vorherigen Romanen begleitet hatte, ist schon am Ende des vorherigens Romans in Rom zurück geblieben.

Die Abtei Ros Ailithir, in dem Fidelma ermittelt, heißt heute Rosscarbery. Der Ort lässt sich schon für das Jahr 2000 v. Chr. nachweisen und existiert aus einer sehr langen Tradition heraus. Das an solch einem Ort ein bedeutendes Kloster bestanden hat, ist kaum auszuschließen.
Sie besucht auch weitere historische Stätten, zum Beispiel Skelling Michael, zwei Inseln vor der Westküste Irlands. Im Frühmittelalter befand sich auf der leicht größeren der beiden Inseln ein Kloster, das wohl eins der beindruckensten der Welt ist. Wenige kleine Steinhäuser, die aussehen wie Bienenkörbe, schmiegen sich an den schroffen Felsen. [OFF-Topic: Das Star Wars Finale des 7. Films wurde hier gedreht.] Auch ich habe diese Inselns vom Festland aus gesehen und konnte kaum glauben, dass darauf Menschen gelebt haben.

Die Inseln von Skelling Michael (Michales Felsen). Quelle
Die Steinhäuser und Mauerreste des Klosters. Quelle

Der Roman enthält viele Wirrungen und Windungen. Der Twist am Ende ist wirklich gut gelungen, auch ich war darauf vorher noch nicht gekommen. Ich mag die Art, wie Peter Tremayne die Informationen über das irische Frühmittelalter in die Geschichte mit einbaut. Viele dieser Informationen gehen im Rest der mittelalterlichen Welt und Forschung unter. Die ausgeprägten Rechte der Frauen existierten vielleicht wirklich schon in Irland, bevor sie wieder vergessen wurden.

Was mich bis zum Schluss irritierte war der Titel, der nichts mit der Geschichte zu tun hatte. Doch da ich das frühmittelalterliche Irland sehr interessant finde und der Autor meine Neugierde weiter entfacht, freue ich mich auf die nächsten Räsel, die Fidelma zu lösen hat. Egal wie der Titel des Buchs ist.

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2 Kommentare zu „Peter Tremayne: Tod im Skriptorium (Schwester Fidelma ermittelt, Teil 3)

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