Buch · Rezension

Katharina Münz: Die 13. Jungfrau (Die Schildmaid)

Und hier folgt auch schon die Fortsetzung, oder eher der erste Teil, der frühmittelalterlichen Geschichte um Melwyn, die Schildmaid. Genauso packend wie das Prequel war, genau so spannend und leidenschaftlich geht dieser Band weiter. Melwyns Leben ist voller Liebe und Gefühle und großer Taten.

Am Ende des Prequels Weihnachten auf Luxulyan sah es für die junge Frau so aus, als würde sie ein ruhiges Leben als Ehefrau und Mutter am Hofe ihres Vaters führen. Doch das Schicksal (oder doch eher die nordische Göttin Freyja?) hatte einen anderen Plan mit ihr.

Nach einigen harten Schicksalsschlägen findet sich Melwyn in einer ihr fast komplett fremden Kultur wieder. Doch sie folgt stets ihrem Herzen und wird so zur Schildmaid ausgebildet. Okay – erst dachte ich es wäre eine alberne, kitschige Emanze, die mit ihrer Emanzengruppe durch die Gegend zieht und auf viking fährt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Katharina Münz lässt Melwyn weiterhin eine liebevolle junge Frau sein, die sich Stück für Stück in einen Mann verliebt. Sie bestreitet erst nur Schaukämpfe gegen neugierige Krieger, denn die Kunde, dass eine Schildmaid, wie in den Sagen beschrieben wird, wirklich existiert zieht so einige Freier und viele Neugierige an. Und genau das ist der Grund, weswegen ich Katharina Münz so dankbar bin. Es gibt zwar später auch blutige ernsthafte Gegner, jedoch keine Schildwälle und keine Raubzüge. Auch ist dieser Teil des Romans nicht extrem künstlich aufgebauscht, sondern scheint genau so alltäglich zu sein, wie das waschen ihrer Wäsche oder frühstücken. Melwyn verdient damit eben eine Zeit lang ihr Geld. Doch die junge Frau bleibt weiterhin eine junge Frau mit allem was dazu gehört.

Zwei kämpfende Frauen auf See. Von Olaus Magnus' History, 1555. Quelle.
Zwei kämpfende Frauen auf See. Von Olaus Magnus‘ History, 1555. Quelle.

Archäologische Beweise, für die Existenz von ‚Schildmaiden‘, also kämpfenden Frauen, gibt es nicht. Sie existieren in den Sagen vieler Völker. Manchmal werden sie Walküren oder Amazonen, o.ä. genannt, aber es beschreibt immer eine Art tapfere Frau, die die Kriegskunst wie ein Mann beherrscht – manchmal auch besser. Die historische Literatur ist voll davon, wieso dann nicht auch die moderne?

Und ich kann es nicht oft genug betonen: Die 13. Jungfrau ist ein wirklich schöner, leidenschaftlicher und starker Roman. Die Liebe steht eindeutig im Vordergrund, doch es ist eine schillernde, vielfältige Liebe mit lebhaften Charakteren und realitätsnahen Eigenschaften. Sehr romantisch und lebhaft erwacht Melwyn und ihre Umgebung durch Katharina Münz‘ einzigartige Erzählung.

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4 Kommentare zu „Katharina Münz: Die 13. Jungfrau (Die Schildmaid)

  1. Hat dies auf Katharina Münz rebloggt und kommentierte:
    Ich liege auf den Knien. Warum? Wegen Sätzen wie diesen:
    „Nach einigen harten Schicksalsschlägen [wird] Melwyn … zur Schildmaid ausgebildet. Okay – erst dachte ich es wäre eine alberne, kitschige Emanze, die mit ihrer Emanzengruppe durch die Gegend zieht und auf viking fährt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.“

    Kann eine Woche besser beginnen, als mit der Nachricht, dass eine von dir ersonnene Geschichte beim Leser zu vollen 100% zur Wirkung kam?

    Nein. Was für ein Montag!

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