Buch · Rezension · [OFF-Topic]

Haruki Murakami: Von Beruf Stiftsteller

Dieser außergewöhnliche Roman, oder eine Art Biographie, von Haruki Murakami war absolut eine Investition wert. Die Ausflüge in seine Kindheit und sein Leben füllen nicht einmal die Hälfte des Buches. Der Rest ist ein Ratgeber für angehende Autoren oder Schriftsteller, die noch nicht wissen, dass sie welche sind.

Die Romane von Haruki Murakami begeistern mich schon seit fast 15 Jahren. Sein ganz besonderer Schreibstil fesselt mich immer wieder. Die Stimmung, die aufkommt, entspricht genau der, die ich als Ausländer in Japan fühlte. Vielleicht, um dieses wunderbare Erlebnis meiner Reise aufleben zu lassen, lese ich die Murakami sehr gerne.

Da ich seit einer Weile großes Interesse daran habe wie erfolgreiche Autoren ihren Alltag bestreiten, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind und wie sie ihre Quelle der Inspiration weiter anzapfen, musste ich dieses Buch lesen. Dieser ganz intime Einblick in das Leben eines so erfolgreichen Autors war für mich etwas sehr spannendes. Schon nach den ersten Seiten hatte er mein Gewissen und mein Herz gepackt und ich muss gestehen, dass ich nun wieder etwas entspannter bin (was meine Zukunft angeht). Das Leben, das Murakami führt, ist meiner Meinung nach erstrebenswert. Es ist ein ruhiges, entspanntes, gesundes Leben mit viel Raum für Kreativität, Sport und Hobbies. Doch das war nicht immer so und jede Etappe seiner Geschichte brachte ihn näher an den Schriftsteller, der er heute ist.

Haruki Musrakamis Bericht über seinen Beruf ist eine Liebeserklärung an sein Leben und seine Frau. Er ist durch und durch ein Schriftsteller, mit Macken und Träumen. Dem Leser gewährt er durch dieses Buch einen Einblick in seine eigene Gedankenwelt. Faszinierend finde ich die Ansicht über seine Leser, über die er sich viele Gedanken machte, und die Erklärung, warum er nicht gerne in der Öffentlichkeit auftritt.

Ein schönes Buch zum Nachdenken und nachdenklich sein. Ein Buch, das Mut macht in jeder Lebensphase seinen Instinkten zu vertrauen und seine Wünsche zu formulieren.

Denn ein Leben, in dem man Dinge tut, die man nicht mag, macht keinen großen Spaß. Womit wir wieder an unserem Ausgangspunkt angelangt wären: Was ist falsch daran, sich wohlzufühlen? – S. 193.


Quelle: Haruki Murakami: Von Beruf Schriftsteller. Essays, DuMont Buchverlage, Köln: 2016.

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