Buch · Rezension

Lars Winter: Honigwein und Sensenweib

Der Kriminalroman von Lars Winter ist der erste Roman hier beim quâtspreche, der keinen historischen Hintergrund hat, sondern sich eher mit der Rezeption des Mittelalters beschäftigt. Es geht in die Welt der modernen Darstellung und spiegelt diese Welt vom Standpunkt eines Außenstehenden wieder.

Der dritte Teil der Serie um den Künstler und Kriminaltechnologe Ulf Norden spielt in der künstlichen Welt der Mittelaltermärkte. Der Autor benutzte die Markt-Szene als Kulisse mehrerer Morde. Ich finde die Idee wirklich gut, da immer mehr Märkte das Jahr über in den wundervollen Altstädten in ganz Deutschland stattfinden. Wieso dann nicht auch als Spielort eines Krimis?

Der Roman ist spannend, schnell und der Protagonist sehr sympathisch. Das war es dann auch schon an guten Punkten. Denn leider kommen die Darsteller und der Mittelaltermarkt nicht gut bei weg. Offenbar ist dort fast jeder kriminell, lügt und betrügt. Und das mit sehr harten Geschützen und das finde ich sehr schade, denn für mich sind diese Märkte eher eine Art Spielplatz, wo ich die Seele baumeln lassen kann. Nun bleibt jetzt ein bitterer Beigeschmack.

Ich habe das Buch gerne gelesen, als Krimi ist es auch super. Aber ich nehme dem Autor nicht ganz ab, dass er wirklich eine tiefere Recherche über die Mittelalter-Szene gemacht hat. Da ich aus Berlin stamme und noch keinen Westdeutschen Mittelaltermarkt besucht habe, weiß ich nicht genau, ob ich daneben liege. Doch mich hat es sehr gestört, dass Ulf Norden die ganze Zeit ‚Metbier‘ trinkt. Ich fragte mich die ganze Zeit: „Gibt es so etwas überhaupt?“. Ich kenne Honigbier und Met, aber kein Metbier. Ja vielleicht bin ich etwas kleinlich, aber ich hatte beim Lesen nicht das Gefühl wirklich auf einem Mittelaltermarkt zu sein. Es gibt weitere Ungereimtheiten: Bier aus Holzbechern, Hocker mit Fellüberzug und noch weiteres.

Dazu kommt die schlechte Meinung über die Szene von Seiten der Kriminalbeamten und auch von Norden selbst. ‚Die Spinner‘ mit ihrer Kunstsprache, die schlechte Musik hören und allen nur etwas vorspielen. Ich muss ganz deutlich dazu sagen, dass dieses Bild nur sehr selten der Realität entspricht. Gut finde ich das Ende (das letzte Kapitel) und die wundervollen Zeichnungen! Ich danke dem Wind und Sterne-Verlag für diese wundervollen Ausgaben mit den Illustrationen, tollen Einbänden und dem Lesezeichen

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