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Die Brautprinzessin von William Goldman ist ein ganz besonderes Buch. Es ist voll von unsterblicher Liebe, Abenteuer, Helden, Leidenschaft, Rache und Merkwürdigkeiten. Ein tolles Buch zum Vorlesen, selber Lesen und darüber wundern.

Im Grunde geht es darum, dass eine etwas naive junge, jedoch schöne Bäuerin ihren klugen Liebhaber bei einem Piratenangriff verliert und daraufhin zwar nie wieder lieben will, jedoch einwilligt den Prinzen des fiktiven Königreichs Florin zu heiraten. Eben einfach weil sie die schönste Frau der Welt ist.
Doch ihr Liebster ist nicht tot, sondern rettet sie aus den Klauen des hinterhältige Prinzen. Jedenfalls sollte es so sein, doch der Weg dahin ist lang und mit vielen Windungen und Widrigkeiten gespickt.

Das ganze Buch über hatte ich das Gefühl, dass der Autor, William Goldman, eine längere Version von S. Morgenstern gekürzt hat. Dass es die interessantesten Stellen einer viel längeren Geschichte waren, nämlich eine über die Länder Florin und Guldern. Immer wieder unterbricht Goldman den Text um Anmerkungen über Kürzungen zu machen. Außerdem gibt es eine lange und sehr witzige Einleitung in der er erklärt, wieso es dazu kam, dass er die Geschichte in einer gekürzten Fassung unbedingt heraus bringen wollte. Und es gibt ein noch viel längeres Nachwort mit einer noch viel seltsameren Fortsetzung. Doch das alles ist ein literarisches Mittel. Es gibt weder eine lange Version der Geschichte, noch einen S. Morgenstern.

Die Brautprinzessin ist in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes Buch. Wenn bedacht wird, dass es keinen florinesischen Autor namens S. Morgenstern gibt und auch keine Länder die Florin oder Guldern heißt (was beides Bezeichnungen für mittelalterliche Münzen sind), obwohl, nach der Beschreibung zu urteilen müssten sie zwischen Frankreich, den baltischen Ländern und Brüssel liegen und durch einen breiten Fluss getrennt liegen, ist es umso erstaunlicher, das William Goldberg daraus gemacht hat.  Es gibt darin sogar eine Prinzessinnenschule (von der wir nichts weiter erfahren) und der Vater des Autors, sowie der große Autor Stephen King haben florinesische Vorfahren und letzteres wollte die Fortsetzung höchst persönlich schreiben.

Obwohl die Geschichte nicht im Mittelalter spielt nehme ich es trotzdem in meine Rezensionen auf. Denn sie erfüllt alle möglichen Punkte eines klassischen mittelalterlichen Heldenepos, bis hin zur Jungfrau in Nöten.

Wer also etwas ganz außergewöhnlich Witziges und Schräges lesen will, der greife zu diesem Buch, oder dem gleichnamigen Film, der meiner Meinung nach auch recht gut gelungen ist (das Degenduell ist sehr unterhaltsam).

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