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Der neue Roman von Bastian Zach und Matthias Bauer, erschienen bei Heyne, erregte sofort meine Aufmerksamkeit. Das Britannien des Frühmittelalters ist ein wirklich spannendes Thema, aber nur selten reicht das Interesse weiter als Arthur, König Alfred und die Kämpfe gegen die Wikinger. Schön, dass sich nun ein Buch über die Pikten im Buchladen findet.

Ein über Generationen verstecktes Dorf in Grönland wird durch das Schicksal auf eine harte Probe gestellt. Junge Krieger machen sich auf den Weg in ihre alte Heimat, an den Ort ihrer Vorfahren, aus dem diese verjagt wurden. Sie haben nur wenige Hinweise, doch das Schicksal meint es gut mit ihnen. Die Krieger erfüllen am Ende nicht nur die Prophezeiung, sondern erweisen sich als würdig und bestehen alle Prüfungen.
Hier könnt ihr rein lesen.

Wieso es so wenige Romane über/mit den Pikten gibt könnte an den wenigen Informationen liegen, die wir über sie haben. Die einzigen Merkmale sind die blauen Bemalungen auf der Haut, doch ob sie aufgemalt oder tätowiert waren ist wohl noch nicht ganz klar. Sie sollen kämpfen können wie die Berserker und lebten in kleinen Verbänden in den Highlands, dem nördlichen Schottland. Die wohl berühmteste Sage aus dieser Zeit stammt aus der Gegend um den See Loch Ness. Auch diese Geschichte hat ihren Eingang in diesen Roman gefunden.

Auf den ersten Blick scheint es ein unterhaltsamer Abenteuerroman zu sein. 49 männliche und weibliche Krieger rücken aus, um ihr Dorf vor dem Untergang zu retten und das Land ihrer Vorfahren zu finden. Zwischen ihren Reihen gibt es Geschwister, Väter, Witwer und heimliche Geliebte. Es bilden sich Freundschaften und es wird wahrer Heldenmut bewiesen. So gut wie alle Informationen über die Pikten wurden in der Geschichte verarbeitet. Und wäre es ein Film, wäre ich wahrscheinlich sehr begeistert gewesen.

Leider ist dieser Roman kein Film und somit stehe ich mit gespaltenen Gefühlen davor. Meistens liest er sich wie ein Drehbuch in Romanform. Ständig springt die Erzählperspektive zwischen den wichtigsten Charakteren. Also nicht wie z. B. bei den Büchern von George R. R Martin, wo jedes Kapitel einem Charakter gewidmet ist, sondern mitten drin, ohne Vorwarnung, manchmal nur einen Satz lang. Und trotzdem begleitete ich doch den Krieger Kineth am Längsten und ich hatte auch das Gefühl, dass er der Hauptcharakter war. Also für meinen Geschmack etwas zu sprunghaft, da ich mich nicht ganz auf Kineth und seinen wundervollen und gütigen Charakter konzentrieren konnte.

Und auch der Rolle des Wikinger stehe ich nicht positiv gegenüber. Erst waren sie Todfeinde, dann Weggefährten und am Ende der Geliebte der heimlich geliebten Stiefschwester von Kineth…??? Erstens total verworren, zweitens total unrealistisch und drittens total Fehl am Platz. Ihm wird, meiner Meinung nach, viel zu viel Raum innerhalb der Gruppe gegeben. Aber es musste ja mindestens ein Wikinger dabei sein, sonst funktioniert die Story nicht, denn die Leute wollen Wikinger. Oder so. Er ist einfach wie der alte Weise, der jeden Ort kennt und über alles und jeden Bescheid weiß.

Erfreulich war dann jedoch, dass die witzigen Stellen im Buch auch wirklich witzig waren, jedoch würden sie im Film besser funktionieren. Und dann wären es wirklich solche witzigen Situationen oder Momente gewesen, in denen ich wirklich herzlich gelacht hätte.

Ich konnte den Roman stundenlang nicht aus der Hand legen und habe die halbe Nacht gelesen. Er ist spannend, leichte Unterhaltung und wie ein klassischer Abenteuerroman aufgebaut. Zum einen geht es um eine dramatische Situation, mitreißende Schicksale und Menschen, die ihren Humor trotz allem nicht verloren haben, zum anderen werden die Rätsel durch mitreißenden Mut und Glück gelöst.

Ich hätte diesen Roman lieber als Film gesehen, aber was nicht ist kann ja noch werden. Ich freue mich auf weitere Teile.

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