Buch · Rezension

Juliet Marillier: Tower of Thornes (Blackthorn & Grim Vol. 2)

Quelle: Verlag

Der zweite Teil dieser großartigen Serie ist ein wundervoller und würdiger Nachfolger. Juliet Marillier schafft es wieder einmal die wundervolle Welt des irischen Mittelalters greifbar zu machen. Diesmal verschlägt es Blackthorn und Grim in ein verzaubertes Königreich und in die Welt des klösterlichen Lebens.

Diesmal verschiebt sich die Geschichte weg vom gesellschaftlichem höfischen Leben zu einem wahren Krimi. Der Leser erfährt intimere Informationen der Charaktere und erlebt mit ihnen den alltäglichen Kampf mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zu leben. Juliet Marillier hat sich wirklich große Mühe gegeben die Symptome so realistisch wie möglich zu gestalten und meiner Meinung nach ist dies wirklich gut gelungen.

Folio 34r. Zu sehen ist das Chi Rho Monogram. Chi und rho sind die ersten zwei Buchstaben des Namens ‚Christus‘ in griechisch. Quelle: wikipedia

Die größte Überraschung erlebte ich mit Grim, Blackthornes Gefährte / Beschützer / Freund. Über ihn erfährt der Leser einiges über das Leben in einem mittelalterlichen irischen Kloster und über die Arbeit der Mönche. Es wird nicht direkt erwähnt, aber es werden immer wieder Anspielungen an die wunderbar gestalteten Kodexe gemacht. Eines dieser Bücher ist das ‚Book of Kells‘, welche Seiten sicherlich jeder schon einmal gesehen hat.

Was neben der Gestaltung dieser wunderbaren Seiten noch erwähnt wird, sind die Überfälle der Wikinger auf die Klöster. Dies gibt uns zunächst eine zeitliche Einordnung der Romane. Doch weiterhin auch die Auseinandersetzung mit Überlebenden solcher Überfälle.
Klöster wie Lindisfarne (England) und wohl auch diverse Klöster in Irland (möglicherweise sogar Kells) wurden in den frühen Invasionszeitpunkten der Wikinger immer wieder überfallen und ausgeraubt. Im Falle von Lindisfarne wird der Überfall im Jahr 793 sogar als Beginn der nordischen ‚Invasion‘ auf die britischen Inseln angesehen.

folio 292r., circa 800, zu sehen ist die Titelseite des Johannes Evangeliums. Qielle: Wikipedia

Zurück zu Blackthorn und Grim: Neben den ganzen Informationen, die nebenbei über das Klosterleben gesammelt werden, müssen die beiden ‚Helden‘ einen echten Kriminalfall und einen 200 Jahre alten Fluch auflösen. Hilfe erhalten sie dabei überwiegend vom kleinen Volk. Am Ende gibt es noch einige echte Überraschungen, was die Geschichte von Anfang bis Ende spannend macht.

Ich konnte das Buch wieder einmal kaum aus der Hand legen, auch wenn 415 gebundene Seiten im Großformat wirklich nicht leicht zu handhaben sind. Wieder einmal kann ich nur bedauern, dass diese Bücher nicht in einer deutschen Übersetzung erschienen sind. Doch traut euch, es lohnt sich!

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