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Gastbeitrag: Mittelalterliche Bauwerke in Würzburg

Mittelalterliche Bauwerke in Würzburg
von Björn (Mittelalter-entdecken.de)

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St. Burkard, im Hintergrund das Käppele. Quelle: Björn.

In Würzburg gibt es einige bekannte Bauwerke aus dem Mittelalter, die ich euch gerne vorstellen möchte. Leider wurde ein großer Teil Würzburgs im Zweiten Weltkrieg zerstört. Viele Baudenkmäler in der Altstadt wurden aber originalgetreu wieder aufgebaut.

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Der Würzburger Dom. Quelle: Björn

Wer Würzburg besucht, findet die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aus dem Mittelalter relativ nah beieinander. Der Dom und die Alte Mainbrücke liegen auf einer Geraden und sind nur 300 Meter voneinander entfernt. Der Dom wurde ab 1040 errichtet und ist das viertgrößte romanische Kirchenbauwerk Deutschlands. Die ältesten Kirchen Würzburgs sind aber die Marienkirche (Anfang 11. Jh.) im Innenhof der Festung Marienberg und St. Burkard (ab 1033) unterhalb der Festung.

 

Der Grafeneckart © Jan – GNU LGPL 2.1

Vom Dom Richtung Alte Mainbrücke gehend, erreicht man nach 200 Metern den Grafeneckart, den ältesten Teil des Rathauses. Ursprünglich war er ein Wohnturm nach dem Vorbild der italienischen Geschlechtertürme, der erstmals 1180 erwähnt wurde. Der Grafeneckart wurde nach Eckhart de Foro benannt, einem bischöflichen Schultheißen und Vizegrafen, der hier wohnte und im Jahr 1201 ermordet wurde. 1316 kaufte die Stadt das Gebäude und nutzte es als Rathaus.

 

Wenn man vom Rathaus geradeaus weitergeht, kommt man zur Alten Mainbrücke. Sie wurde unter der Aufsicht des Bauverwalters Enzelin im 12. Jahrhundert erbaut. Da sich in Würzburg bedeutende Handelsstraßen kreuzten und der Handelsverkehr im 12. Jahrhundert zunahm, war der Bau einer Brücke notwendig geworden. Zuvor befand sich dort eine Furt, oder man musste sich per Boot oder Floß über den Main übersetzen lassen. Teile aus der ältesten Bauphase der Brücke sind noch heute erhalten.

Im Jahr 1442 wurde die Brücke durch Eis und Hochwasser zerstört und später wieder aufgebaut. Die zwölf Statuen von bedeutenden Persönlichkeiten, für die die Alte Mainbrücke berühmt ist, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die Alte Mainbrücke war lange Zeit die einzige Brücke Würzburgs.

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Statue Karls des Großen auf der Alten Mainbrücke. Quelle: Björn

Von der Brücke aus hat man einen guten Blick auf die Festung Marienberg, die auf der linken Mainseite liegt. Sie ist von der Alten Mainbrücke zu Fuß innerhalb von ca. 15 Minuten erreichbar. Die Festung kann auch mit dem Pkw angefahren werden und die Buslinie 9 fährt dorthin. Allerdings muss man dafür einen Umweg in Kauf nehmen, da die Alte Mainbrücke für den Verkehr gesperrt ist.

Auf dem heutigen Marienberg gab es bereits in keltischer Zeit eine Burg. Auch im frühen Mittelalter bestand dort ein castellum, das im Jahr 704 zusammen mit dem Ortsnamen Würzburg erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die ersten steinernen Bauten und eine Umfassungsmauer ließ Bischof Konrad von Querfurt (um 1160-1202) erbauen. Ab 1253 residierten hier die Würzburger Fürstbischöfe.

Heute befinden sich in der Festung Marienberg das Mainfränkische Museum, das Fürstenbaumuseum, das der Stadtgeschichte gewidmet ist, sowie Tagungsräume und Gastronomie.

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Die Festung Marienberg in Würzburg. Quelle: Björn.

Auch die Würzburger Residenz, in der die Fürstbischöfe ab 1779 wohnten, ist einen Besuch wert.

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