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Gastbeitrag: Würzburg im Mittelalter

Mein Hilferuf wurde erhört! Björn, der Betreiber des Blogs Mittelalter-entdecken.de, hat sich bei mir gemeldet. Er wohnt in der schönen Stadt Würzburg, ist Literaturwissenschaftler und gewissermaßen Hobbyhistoriker und will interessante Informationen der mittelalterlichen Stadt mit uns teilen. Hier kommt auch gleich der erste Beitrag. Nehmt euch ein Beispiel und sendet mir eure Beiträge zu!

Zur Geschichte Würzburgs
von Björn

Mainfranken gehörte [im Frühmittelalter] entweder zum Thüringerreich oder zum Gebiet der Alemannen – darüber habe ich unterschiedliche Angaben gefunden. Auf jeden Fall wurde die Region im frühen 6. Jahrhundert von den Franken erobert und in ihr Reich eingegliedert. Franken siedelten sich hier an und um 650 setzten die Merowingerkönige in Würzburg einen Herzog ein. Seine Residenz lag vermutlich unterhalb des Marienberges, dort wo sich heute St. Burkard befindet.

Holzschnitt von Würzburg aus der Schedel’schen Weltchronik, Blatt 159v/160r.

Im Jahr 686 kamen die irischen Missionare Kilian, Kolonat und Totnan nach Würzburg und predigten den christlichen Glauben. 689 wurden sie von Heiden getötet. Mitte des 8. Jahrhunderts fand man ihre Gebeine und besonders Kilian wird seitdem als Heiliger verehrt. 841/42 wurde das Bistum Würzburg gegründet.

St. Killian
Statue des Frankenapostels St. Kilian auf der Alten Mainbrücke. Foto: Privat

In der Zeit um 1030 erwarb Bischof Meginhard I. vom Kaiser alle Hoheitsrechte, wie das Münz- und Fährrecht, das Marktrecht, das Zollrecht und die Gerichtsbarkeit. Somit wurde Würzburg eine bischöfliche Stadt. 1168 verlieh Kaiser Barbarossa den Bischöfen die Herzogswürde, sodass diese zu Reichsfürsten (Fürstbischöfen) wurden.

Im Jahr 1402 wurde in Würzburg die erste Universität gegründet. Sie existierte allerdings nur wenige Jahre. Erst die Neugründung von 1582 sollte Bestand haben.

Der berühmte Bildhauer Tilman Riemenschneider (1460-1531) erwarb 1483 das Würzburger Bürgerrecht. 1504 wurde er in den Rat der Stadt gewählt und 1520/21 war er Bürgermeister. Im Mainfränkischen Museum auf der Festung ist eine Dauerausstellung mit seinen Werken zu besichtigen. Auf dem Foto ist sein Werk Adam und Eva zu sehen, das sich am Seitenportal der Marienkapelle befindet.

Adam_Eva
Adam und Eva von Tilman Riemenschneider. Foto: Privat

Quellen:

Wagner, Ulrich (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg, Band I. Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. Stuttgart 2001.

Freeden, Max H. von: Festung Marienberg. Würzburg 1982.

Würzburg Wiki.de

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