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Uthred, The Last Kingdom. Quelle

Die lang ersehnte Serie zum historischen Bestsellerroman von Bernard Cornwell ist endlich erschienen. Ich, als großer Roman-Fan, habe der Verfilmung mit geteilten Gefühlen entgegen gesehen und deswegen auch bis vor kurzem gezögert sie anzuschauen.
Doch nun habe ich mich doch gewagt und bin irgendwie auch etwas begeistert!
BBC hat einen historischen Roman in eine Serie verwandelt. So weit, so gut. Jedoch finde ich die Umsetzung nicht in allen Punkten sehr gelungen. Ich habe keine Ahnung, ob es auch jemandem auffallen würde, der die Bücher nicht gelesen hat, aber ich habe sie gelesen und das nicht nur einmal.

Der grobe Inhalt:
Uthred, ein junger northumbrischer Angelsachse, wird von Dänen als Kriegsbeute ergattert. Es ist das 9. Jahrhundert und die Angelsachsen kämpfen erbittert gegen die Wikinger (Dänen, Norweger u.a.) um ihr Land. Uthred jedoch ist ein Krieger und fügt sich schnell in die Lebensart der Dänen ein, er wird ein Teil ihrer Familie.
Doch so einfach ist es natürlich nicht, denn Uthred ist ein angelsächsischer Aldermann, er besitzt eine Burg, die sein Onkel jedoch besetzt und nicht heraus gibt. Bis zum Schluss (also nicht mal in der Romanvorlage ist es aufgelöst) versucht er genug Männer zusammen zu bekommen um seine Burg zurück zu holen. Doch der Kampf um sein Leben und um England brennt und hindert ihn immer wieder daran sein Ziel zu verfolgen. Ich kann nur hoffen, dass es ihm bis zum Ende seines Lebens noch gelingt.

So sympathisch Uthred in der Serie auch ist, so unterschiedlich ist er doch zum Buch dargestellt. Optisch gibt es schon einen großen Unterschied: statt blonden Haaren, hat er nun dunkle. Ich finde das schade, denn gerade durch seine blonde Mähne wird er meistens sofort als Däne identifiziert (was ihm Vor- und Nachteile bringt). Die Besetzung sonst passt schon ganz gut, ich hätte trotzdem gerne einen blonden Uthred gesehen.
Auch bin ich ein bisschen enttäuscht darüber, dass die Zeit bei den Dänen nicht sehr ausführlich dargestellt war. Ich hätte es besser gefunden, wenn der Zuschauer die innige Beziehung zu seiner Ziehfamilie intensiver miterlebt hätte, um später besser mitfühlen zu können, in welchem inneren Zwist sich Uthred befindet und warum es seiner Freundin so leicht fällt ihre angelsächsischen Wurzeln hinter sich zu lassen.

Uthred und Brida (Freundin, Gefährtin) Quelle

Leider fehlen bis zum Ende der ersten Staffel einige meiner Lieblingscharaktere. Es wurden in den acht Folgen die ersten zwei Romane verfilmt und es müssten noch so einige spannende Charaktere kommen und gehen.

Des weiteren ist mir aufgefallen, dass leider die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den verschiedenen Völkern nicht gut raus kommen. In der Serie sprechen Dänen und Angelsachsen die gleiche Sprache. Bei Vikings, der Historyserie vom Konkurrenzproduzenten History, ist genau diese sprachliche Barriere, besser heraus gekommen. Und gerade in den Romanen wird Uthred, der beide Sprachen sprechen kann, als eine Art Dolmetscher eingesetzt. In der Serie ist seine Anwesenheit bei Verhandlungen, wo er vorher unersetzlich war, überflüssig geworden.

Die Worte beginnen mit dem letzten Wort der dritten Zeile. Aus dem Exeter Book, hier aus einem Projekt von Rick McDonald.

Doch der größte Fauxpas ist ihnen unterlaufen, als sie die so wichtigen Worte des Bernard Cornwell so schlecht übersetzt haben. Wyrd bið ful aræd mit „Das Schicksal ist Alles“ zu übersetzen macht mich wirklich traurig. So gut und liebevoll sie sich um die Ausstattung und die Darstellung bemüht haben, ist es wirklich verwunderlich, solch einen Fehler zu hören. Offenbar ist ihnen der Sinn dieser Worte absolut abhanden gekommen. Und dabei haben sie eine wirklich lange Tradition und beleben diese ganze Geschichte und spiegeln gleichzeitig den gesamten Inhalt wieder. Uthred spielt und hadert immer wieder mit seinem Schicksal. Es ist sein Leitfaden, seine Hymne, sein Lebensmotto. Denn der Unterschied zu der Aussage „Das Schicksal ist unausweichlich“ ist unverkennbar. Die Worte aus dem 10. Jahrhundert sind angelsächsisch (altenglisch) und stammen aus dem Gedicht „The Wanderer“. Hier kann man eine Transkription und Übersetzung ins Neuenglische lesen. Ich verstehe die Entscheidung nicht, die Worte zu ändern , da es ja eine deutsche und gute Übersetzung in den englischen Originalromanen gibt.

Ansonsten trumpft die Serie mit großer Bildgewalt. Die unglaublich schöne Landschaft Englands ist in toll komponierten Bildern festgehalten. Und auch weitere Kulissen sind größtenteils authentisch und realistisch dargestellt.
Außer die kleinen Anmerkungen meinerseits, ist The Last Kingdom gelungen und unterhaltsam. Doch ich empfehle die Romanreihe zusätzlich zu lesen. Durch die Bilder ergänzen sich beide Medien wunderbar.

wyrd bið ful aræd

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