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Isaak von Köln wird kurz nach 800 von Karl dem Großen auf eine Friedensmission geschickt. Doch ist es wirklich Frieden, den der Jude durch die halbe Welt transportiert, oder eine zu schwere Bürde?
Die fesselnde und überaus spannende Geschichte von Dirk Husemann, die alle westlichen Kulturen zusammen bringt, war bis zur letzten Seite absolut lesenswert.

Der sächsische Sklave Thankmar dachte sein Leben wäre vorbei, als er sich von seinen Ketten befreien konnte und nur kurz darauf mit dem Hals in der Schlinge dem Tod entgegen sah. Doch gerade in dem Moment taucht das schrecklichste Ungeheue (oder der Teufel persönlich), auf und rettet dem jungen Sachsen das Leben.

Doch als Isaak Thankmar als sein persönlichen Sklaven mit auf die weitere Reise von Genua nach Aachen nimmt, scheint er von dem Regen in die Traufe gekommen zu sein, denn kurz darauf wird er von vermeidlichen arabischen Friedensbotschaftern gejagt, entrinnt mehrfach knapp seinem Tod und muss am Ende alleine nach dem Kaiser der Franken suchen. Eine schier unlösbare Aufgabe für den stolzen, verkrüppelten Sachsen.
Am Ende findet Thankmar seine Bestimmung und rettet sogar dem Kaiser das Leben. Jedoch hätte er dies alles nicht ohne die Hilfe des wahr gewordenen Teufels geschafft – denn Elefanten wie Abul Abbas haben nun mal eine Dicke haut und tiefe Gefühle.


 Dirk Husemann schuf mit seinem ersten Historischen Roman ein kleines Meisterwek. Erfrischend war die spürbare Sicherheit der Informationen, die gut recherchiert waren. Dass der Elefant ein etwas anderes Schicksal erwartet hat, als es überliefert ist, ist meiner Meinung nach für diese spannende Handlung zu vernachlässigen.
Ich war begeistert von den vielen Details, die sonst oft vernachlässigt werden. Diesmal wurden sie sehr sensibel und dezent eingesetzt, mit einer angenehmen Selbstverständlichkeit.

Der Schreibstil war klar und transportierte alle Gefühle und Persönlichkeiten. Die Figuren wirkten echt, sie handelten nachvollziehbar.

Der Elefant Abul Abbas, der als wichtiger Nebendarsteller die gesamte Handlung mitbestimmte, hat wirklich existiert. Er war, wie in der Geschichte beschrieben, ein Geschenk des Kalifen Abu l-Abbas as-Saffah an Karl den Großen. Ein Sage beinhaltet sogar, dass der Kaiser auf dem weißen Elefanten gegen die Friesen in den Kampf zog, was jedoch sehr unwahrscheinlich ist.

Elefantendarstellung, 12. Jhd., Fresco aus San Baudelio de Berlanga in Spanien. Quelle

 

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