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Ehrenamtliche Arbeit im Museumsdorf Düppel

Anfang des letzten Jahres bekam ich die Gelegenheit, einen mittelalterlichen Garten zu bewirtschaften. Dieser gehört zu einem der historischen Häuser des Berliner Museumsdorfs Düppel und war wegen Mangel an ehrenamtlicher Arbeitskraft schon längere Zeit nicht genutzt worden.

Der Garten im Frühjahr 2015

Neben den bereits vorhandenen Obstbäumen (Zwetschgen und Äpfel) und Beerensträuchern sowie der allgegenwärtigen Erdbeeren wollte ich gerne Gemüse anbauen, das ich auch selbst verbrauchen konnte. Wie also hat so ein mittelalterlicher Hausgarten aussehen können?

Im Rahmen der vom Museumsdorf vorgegebenen Nutzpflanzen entschied ich mich für Erbsen, Möhren, Rettich, Zwiebeln, etwas Knoblauch, Gurken und Kräuter.

Statt das brache Stückchen Land einfach wahllos zu bepflanzen, empfand ich als reichlich sinnlos. Ich forschte in den Quellen und fand erstaunlicher Weise immer eine ähnliche Darstellung eines Gartens: Umrandet von einem geflochtenen Zaun.

Ähnliche Darstellung von Beeten im Tacuinum von Paris 14. Jahrhundert. Quelle
Deutlich zu sehen: ein bewachsenes Beet in voller Blüte. Im Theatrum von Casanatense, 14. Jahrhundert. Quelle

Nachdem uns klar war, dass damit nicht nur die Umzäunung des Gartens an sich gemeint war, überlegte ich, was es sonst sein könnte. Nach kurzer Recherche fand ich immer wieder Bilder von Klostergärten und anderen Abbildungen mit Hochbeeten.

Bild gefunden auf Pinterest.

Sicher ist, dass die Menschen des Mittelalters es mochten ihre Beete handlich zu halten. Ob nun hoch genug, dass man sich nicht bücken musste, oder klein genug, damit von allen Seiten gearbeitet werden konnte. Praktisch musste es sein.

Mein Ergebnis war eher schmächtig. (Dazu bald ein eigener Beitrag.)

Da es letztes Jahr nach dem sähen der Samen keinen Frost mehr gab, konnten die Pflanzen wachsen. Leider gab es im Sommer einen überfall der Schafe, die den Garten als ihre Futterquelle nutzen und so gut wie alle hoch gewachsenen Erbsen und Bohnen, sowie fast den ganzen Salat.

Gemüsegarten eines französischen Schlosses des 17. Jahrhunderts

Zu dem Zeitpunkt erkannte ich, dass ein fester Zaun lebensnotwendig sein musste. Okay – eventuell nicht mehr für mich in der heutigen Zeit, aber für die Menschen im Mittelalter muss solch ein Überfall schon eine schlimme Sache gewesen sein.

Ende der Saison konnte ich 5 cm große Rüben ernten. Nicht das, was ich erwartet habe. Aber für den ersten Versuch einen Nutzgarten anzulegen, bin ich von mir selbst überrascht, dass überhaupt was gewachsen war.
Die einzigen Gewinner sind die Kräuter. Der warme trockene Platz, und auch der überstandene Winter, haben ihnen sehr gut getan und ich bin voller Hoffnung, dass ich dieses Jahr auch wieder leckere Kräutertees trinken werde.

IMG_20150427_171158
Die Beete kurz nach der Fertigstellung im Frühling 2015.
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