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Die Geschichte spielt in Südfrankreich des 12. Jahrhunderts. Eine Zeit der Änderungen und Umstrukturierung. Große Persönlichkeiten, wie Eleonore von Aquitanien, lebten zu dieser Zeit und ganze Städte konnten ihre Freiheit erlangen.
Gleichzeitig kämpft eine junge Frau in Narbona um ihr Schicksal und dafür, dass der Traum ihres Vaters weiter lebt.

Ermengarda, die Erbin des Aimeric II. von Narbona, soll zwangsverheiratet werden. Nicht nur, dass das Mädchen einen viel älteren Mann ehelichen soll, sie stellt auch fest, dass mit der Ehe alle Träume von Freiheit und Unabhängigkeit ihres verstorbenen Vaters zunichte gemacht werden. Sie flieht und hat dabei tatkräftige Unterstützung, denn jeder, der ihr begegnet ist sofort von der fröhlichen und tatkräftigen jungen Frau fasziniert und ergriffen.

Um dem Spuk ein Ende zu machen, befreit sie mit Hilfe ihrer Freunde und Verwandten nicht nur sich selbst von den Fesseln der Ehe, sondern auch die Stadt Narbona von den Plänen des Grafen von Tolosa.


Ulf Schiewe schafft mit „Das Erbe der Comtessa“ einen, wie ich erfahren habe, weiteren Roman der Montalban Familien-Saga. Nach weiterer Recherche kam zutage, dass der Titel sich wohl von „Das Erbe der Comtessa“ in „Die Comtessa“ geändert hat. Unglücklich für das Buch, denn so kommen Verwechslungen auf.
Von der Seite des Autors kann der Interessierte sogar eine Leseprobe beziehen.

Der Roman ist nicht langweilig, die Figuren sind weitestgehend interessant und tiefgründig gestaltet, jedoch reagieren sie oft unglaubwürdig. Auch war die Geschwindigkeit der Erzählung nicht vorteilhaft. Zu schnell passieren die Geschehnisse hintereinander und getroffene Entscheidungen sind für den Leser nicht nachvollziehbar. Auf der anderen Seite werden Momente künstlich in die Länge gezogen. Auch die abschließende banale und unrealistische Liebesgeschichte kann die Spannung nicht heben, denn alle Entscheidungen des Paares sind total vorhersehbar und zum Teil wirkt es sehr klischeehaft.

Was mich persönlich gestört hat, war die Nutzung von vielen alt-französischen/spanischen Anreden und Bezeichnungen. Auch wenn ein Glossar am Ende des Buches eingefügt wurde, ist das Lesen jedoch dadurch sehr holprig geworden. Das lange Inhaltsverzeichnis ist, meiner Meinung nach, auch sinnlos, immerhin ist es ein Roman und kein Fach- oder Sachbuch. Auch die langen Erklärungen welche Personen erfunden oder urkundlich erwähnt sind, macht kaum Sinn, denn die Geschichte bedient sich nur vage den historischen Gegebenheiten.

Die Geschichte an sich war nicht schlecht, ich wurde unterhalten, jedoch blieb kaum etwas in Gedanken zurück. Keine guten Gespräche, philosophischen Worte oder moralischen Entscheidungen. Es war ganz nett, ich würde es aber nicht weiter empfehlen.
Möglicherweise ergibt der Roman aber im Zusammenhang mit den anderen Teilen mehr Sinn und würde die Geschichte und die Charaktere vertiefen.

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