Schlagwörter

, ,

DSCI6847aklein

Das Team von dokumentARfilm in Düppel, März 2016. Quelle: Privat.

Vor kurzem habe ich wieder bei einer Film- und Fernsehproduktion in Düppel mitgewirkt. Diesmal war das Produktionsteam von dokumentARfilm im Museumsdorf um den Alltag und Handarbeiten der Bauern einzufangen.


Noch dieses Jahr erscheint die Folge Mittelalter I als Lehrfilm für die Schule. Darin wird man sehen, wie sich Europa nach dem Zerfall des römischen Reiches entwickelte. Über Grund- und Gesellschaftsstrukturen, Karl den Großen und verschiedene Lebenswelten werden so nah wie möglich erzählt.

Ich habe zwei Tage im Museumsdorf Laub geharkt, Traufen entlaubt, einen Zaun repariert, Korn gedroschen und Kaffee getrunken.
Zuerst war ich etwas skeptisch, da der letzte Dreh eher etwas mit Fantasy zu tun hatte und ich gemerkt habe, dass ich so etwas nicht gerne unterstütze. Meiner Meinung nach muss man das gängige und falsche Bild des Mittelalters, wenn man es kann, nicht weiter unterstützen, sondern sollte mit daran arbeiten, dass es verbessert wird.

Mir ist klar, dass ein Regisseur natürlich eine Vision von etwas hat, dass er etwas aus seiner Vorstellung Realität werden lassen will. Jedoch sollte es kein Problem sein, sich bei Wissenslücken Rat zu holen (und zu investieren). Niemand kann und will ein jahrelanges Geschichtsstudium hinter sich bringen, um einen Film oder ein Video mit realistischem Hintergrund und Fachwissen drehen zu können.

Doch es gibt mittlerweile genug Menschen, die sich mit Leidenschaft verschiedenen Epochen der Geschichte widmen. Die Szene wird immer Quellenbezogener, immer detaillierter und somit auch qualitativ Wertvoller.

Das Team von dokuemtARfilm hat eine gute Mischung zwischen regisseurischer Vision und realitätsnaher Umsetzung gefunden. Sie haben uns, die „Düppler“, größten Teils so arbeiten lassen, wie wir es für richtig gehalten haben. Wir mussten uns nicht verkleiden, wurden nicht geschminkt und haben keine Fantasyflechtfrisuren von der Maske bekommen. Wir haben einfach ein paar Frühlingsarbeiten in unseren eigenen Gärten gemacht, haben echten Hirsebrei im Tontopf überm Feuer angerührt, aßen echte Linsensuppe und das wirklich geschlagenen zwei Kilo Holz dienten zum Befeuern der Hitzequellen.

Ich bezweifle zwar, dass eine Familie beim Abendbrot traurig und schweigend beisammen gesessen hat, hatte die letzten zwei Tage aber trotzdem Spaß. Danke dafür!

Museumsdorf Düppel, Quelle: Privat.

Museumsdorf Düppel, Quelle: Privat.

Advertisements