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Diesmal in Mittelalter ist überall:

Berlin sagt Danke und öffnet an diesem Wochenende die Türen von diversen Museen. Außerdem wurde die älteste Glockengießerei gefunden und Fragmente von insularer Buchherstellung wurden in Deutschland gefunden. Außerdem gibt es neue Forschungsergebnisse zum Tractatus de urbe Brandenburg.

Im nordrhein-westfälischen Dülmen wurde eine 1.200 Jahre alte Glockengießerei gefunden. Die Archäologen bestätigen damit die älteste, in Deutschland gefundene Grube, in der Kirchenglocken gegossen wurden. Der Artikel bei Archäologie Online informiert außerdem über die Wichtigkeit von Glocken für die Christianisierung und welchen Fortschritt sie gebracht haben.

Auf Medievalists.net ist ein Artikel erschienen über den Fund einiger Manuskriptfragmente, die auf den ersten Blick aussahen wie Seiten aus dem berühmten Book of Kells. Die Fragmente wurden von einer deutschen Bibliothek gefunden und liegen nun einem Team von Forschern vor, die über die Bedeutung und Entstehung diskutieren. Sicher ist, dass diese Fragmente darauf schließen lassen, dass die Buchproduktion vor dem Einfall der Wikinger auf die Britischen Inseln sehr viel umfangreicher war als angenommen.

Jan Keupp weist in seinem Blogbeitrag auf die Wichtigkeit der Einbeziehung von Genetik hin. Auch erinnert er die Historiker daran, über den eigenen Tellerand zu schauen und intensiver mit Interdisziplinarität zu arbeiten. Quellen sollen nicht einfach unkritisch hinzugezogen werden, was leider noch oft der Fall ist. Die Genetik kann zu einem besseren Verständnis unserer Geschichte beitragen.

„Genetik und Epigenetik lassen mittlerweile tief in das Gedächtnis des Erbgutes blicken, eröffnen damit eine neue Spielart der Historisierung der Menschheit. [….] Ein gemeinsamer, als “Menschheitsgeschichte” betitelter Forschungsgegenstand weckt die Hoffnung, durch eine Pluralität der Methoden zu neuen Erkenntnishorizonten vorzustoßen. Dies gilt für eine rein rekonstruktive Geschichtswissenschaft, womöglich jedoch auch für eine genetisch bereicherte Kulturgeschichte.“ – Jan Keupp


Im letzten Jahr veröffentlichte Christina Meckelnborg ihre Forschung über die Tractatus de urbe Brandenburg, den ältesten Zeugnissen der Geschichtsschreibung von Brandenburg. Sie untersuchte die beiden Urkunden, in denen Brandenburgs das erste Mal als Stadt erwähnt wird. Vor kurzem wurde der bisher einzige Fund der Urkunde in der Magdeburger Handschrift durch einen weiteren ergänzt. Die in Weimar gefundene Fassung weicht in einigen Stellen von der magdeburgischen ab. Christina Meckelnborg stellt in ihrem Buch beide Handschriften vor und klärt die Unterschiede. In der Leseprobe des Buchs, kann man schon mal das vielversprechende Inhaltsverzeichnis und Vorwort lesen.

Am kommenden Wochenende sagt Berlin Danke. Am 31. Januar laden über 80 Museen und Kulturinstitutionen zum Besuch ein, bei mitunter freiem Eintritt. Ins Leben gerufen wurde die Aktion als Dankeschön für die ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingshilfe. Deswegen unbedingt informieren, ob eventuell eine Reservierung oder ähnliches notwendig ist. Unter vielen anderen machen auch die Zitadelle Spandau, das Märkische Museum und das Deutsche Historische Museum beim Aktionstag „Berlin sagt Danke“ mit.

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