Reiseberichte

Der Naumburger Dom

Letztes Jahr zu Weihnachten habe ich der schönen Uta und der schelmisch lächelnden Reglindis einen Besuch abgestattet: Ich war im Dom zu Naumburg.

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Naumburger Dom (im Kreuzgang)

Zu Recht versucht die Stadt Naumburg für ihren Dom den Status UNESCO Weltkulturerbe zu erwerben, doch auch ohne den Titel sind Reisebusse voller Besucher auf dem Parkplatz keine Seltenheit, zumindest nicht am zweiten Weihnachtsfeiertag.

Die Geschichte des Bistum Naumburg ist spannend und von Machtkämpfen geprägt, welche für das Mittelalter nicht untypisch sind: 1028 wird der Sitz des Bischofs, auf Betreiben der Landesherren und mit Unterstützung von Kaiser Konrad II., von Zeitz nach Naumburg verlegt. Die bereits um 1000 vom Meißener Markgrafen Ekkehard I.  gegründete Nuwenburg liegt strategisch günstig an der Kreuzung wichtiger Handelswege. Zeitz auf der anderen Seite hatte mit wiederkehrenden Überfällen von Slawen, präzisiert Sorben, zu kämpfen. Die Degradierung wollte Zeitz jedoch nicht anerkennen, die Auseinandersetzungen mit Naumburg sollten erst 200 Jahre später beigelegt werden (die übergeordnete Stellung des Naumburger Doms war nicht mehr zu leugnen).

Mit dem Bau des Naumburger Doms wurde 1028 begonnen, die Hallenkrypta von 1160/70 ist heute noch erhalten. Immer wieder kam es zu Umbauten, hier trifft Romantik auf Gotik. Das Schmuckstück des Doms bilden jedoch die meisterhaften Stifterfiguren. Bis zu meinem Besuch in Naumburg kannte ich Plastiken dieser Klasse nur aus der griechischen und römischen Antike. Den Namen des Bildhauers kennt man  nicht mehr, er wird heute schlicht „Naumburger Meister“ genannt. Die zwölf Stifterfiguren sprechen für sich. Von belustigt über ängstlich bis leidend spiegelt sich jede Gefühlslage in den Gesichtern der lang verstorbenen Markgrafen und ihren Ehefrauen wieder. Die schöne Uta, mit der nicht umsonst für den Dom geworben wird, hat so große Ähnlichkeit mit Schneewittchens böser Stiefmutter, dass ich hier nicht an einen Zufall glauben kann.

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Uta
Hermann und Reglindis
Hermann und Reglindis
Thimo
Thimo
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Dietmar

 

 

 

 

 

 

 

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Quelle

Der Dom zu Naumburg, Ludwig, Matthias/ Grimm, Horst, LOGIKA GmbH, München 2013.

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