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Guido von Arezzo (990-1050), Benediktinermönch und Musiktheoretiker. Quelle

Im Zuge meines Seminars ‚Einführung in die Musik des Mittelalters‘, bei der sehr begabten Amanda Simmons (Triphonia) und dem kompetenten Volker Manz (BBAW) erhielt ich Einblick auf die ersten Noten des Mittelalters.

Besonders spannend finde ich nicht nur die Tatsache, dass die Menschen des Mittelalters das Bedürfnis danach hatten, ihre Musik aufzuschreiben. Auch einmal direkt zu hören, wie sie geklungen hat, oder geklungen haben könnte, ist großartig. Denn obwohl ich gerne moderne Mittelaltermusik höre, ist mir bewusst, dass diese eine Rezeption der heutigen Zeit ist und unseren Ohren und Vorlieben angepasst wurde.

Woher die Noten genau kommen bleibt unklar, jedoch gibt es in der Forschung einige Ideen und Ansätze. Interessant finde ich den Bezug zur Sprache, in diesem Falle Altgriechisch. Dort gibt es verschiedene Betonungszeichen über den Buchstaben. Diese könnten bei Liedtexten dazu genutzt worden sein, die Tonhöhe anzugeben. Mit der Zeit kamen immer mehr solcher Zeichen dazu, bis es sich ‚verselbstständigte‘ und erst eine, dann mehrere Linien eingefügt wurden.

Ausschnitt aus einer Seite der Abschrift des Briefes Guidos von Arezzo an Michael, Mönch in Pomposa: Erste Strophe des Johanneshymnus. Quelle

So spannend die Geschichte der Noten ist, die des Notenschlüssels ist auch erwähnenswert. Der Notenschlüssel dient im allgemein als Anzeige, welche Tonhöhe gespielt wird. Heute gibt es verschiedene Schlüssel:

Doch diese Notenschlüssel setzten sich erst im 19. Jahrhundert durch und ersetzten die vorher üblichen zwei Zeichen: den C und den F Schlüssel.

Der C-Schlüssel steht am Beginn jeder Zeile und markiert die C-Tonlinie. Abbildung aus der Jenaer Liederhandschrift, „Loybere risen“ von Witzlav von Rügen, Zusammenschnitt aus  Ms. El.f. 101, 80r und 80v. Quelle

 

Jenaer Liederhandschrift 25r

Der F-Schlüssel an jedem Zeilenanfang. Lied von Meister Alexander, Ms. El.f. 101, 24v und 25r. Hier Ausschnitt von 25r.

Die Notenschlüssel dienen dazu die Tonhöhe anzugeben. Im Mittelalter war es üblich nicht mehr als 8 Töne (eine Oktave) für ein Lied zu nutzen. Eine Ausnahme bildete da Hildegard von Bingen, die eine Vielzahl von Tönen nutze und damit die Musik revolutionierte.


Literatur zum Weiterlesen:

Hartmut Möller, Rudolf Stephan (Hrsg.): Die Musik des Mittelalters. Neues Handbuch der Musikwissenschaft. Hrsg. v. Carl Dahlhaus. Bd 2. Laaber, Laaber 1991.

Bernhard Morbach: Die Musikwelt des Mittelalters. Mit über 50 Werken auf Audio+Daten-CD. Bärenreiter, Kassel 2004.

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