Kolloquium

Kolloquium „Brandenburg und Berlin im Mittelalter“

Am 18. Juni 2015 fand ein Kolloquium zu dem Thema „Brandenburg und Berlin im Mittelalter“ im Märkischen Museum in Berlin statt. Viele verschiedene Menschen hatten sich versammelt, um den zusammengetragenen neuen Erkenntnissen der Forschung und dem Fortgang des Projekts zu lauschen.

Es wurde die Arbeit an den Bänden II und III der „Brandenburgischen Geschichte in Einzeldarstellungen“ vorgestellt. Dieses Projekt ist ein neuer Versuch die gesamte Geschichte der Mark Brandenburg historiographisch und mit aktuellen Forschungsergebnissen darzustellen. Sie soll eine größere thematische Breite als Handbücher haben und die Landesgeschichtsforschung unterstützen, da die Brandenburgische Geschichtsforschung bisher eher weniger vorhanden war. Bisher wurde eben jene Geschichte als die unumgängliche, unverzichtbare askanische Vorgeschichte Preußens abgetan. Die schon erwähnten vielen Projekte, haben viele Vorstände und Forscher verschluckt, doch kommen immer wieder neue Ideen und Mittel auf. Seit 1980 läuft der bisher letzte Versuch, der seine Wurzeln in den beiden Teilen Deutschlands fand. Nach der Wiedervereinigung schlossen sich die beiden Projekte zusammen und gaben den ersten 900seitigen Band der Ur- und Frühgeschichte der Mark Brandenburg heraus.

Prof. Dr. Klaus Neitmann, der Leiter des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, leitete das Kolloquium. Er gab eine kurze Übersicht über die Vergangenheit des Projekts und dessen Zukunft.

Der betagte Historiker Prof. Dr. Winfried Schich erläuterte mit einem knappen, aber sehr informationsreichen Vortrag, die Arbeiten an dem zweiten Buch der Forschungsreihe, das hauptsächlich die Gründung der Mark Brandenburg um 1000 bis zum 14. Jahrhundert beinhaltet. Natürlich bedeutet dies das beschäftigen mit dem Deutschen Orden, den Askaniern, Wettinern, Slaven, der Stadt Magdeburg und vor allem Herrschaftsbeziehungen und Grenzenverschiebung. Städte wie Berlin/Cölln oder die vielen kleinen Städte drum herum (die heute oft ein Teil Berlins sind) werden gegründet, andere erhalten das so begehrte Stadtrecht. Schichs Arbeit beschäftigt sich Flächendeckend mit allen Themen dieser Zeit und wird offensichtlich sehr Umfangreich werden.

Der deutsche Historiker Prof. Dr. Wolfgang Ribbe erläuterte dann seine Arbeiten an dem dritten Band, der den schweren Wandel des 14./15. Jahrhunderts darstellen soll. Die Herrschaft der Askanier endet plötzlich und auch andere politische Veränderungen zwingen die Kurfürsten der Mark Brandenburg zur Neusortierung. Die Sprache ändert, Berlin/Cölln etabliert sich; die Slavischen Stämme sind nicht mehr vorhanden, eingegliedert, christianisiert. Eine spannende und schnelle Zeit zwischen Wachstum und Tradition.

Ich lauschte den Ausführungen der Referenten und kam danach zu der Erkenntnis, dass es unbedingt notwendig wird, in der Geschichtsforschung zusammen zu arbeiten, Projekte zu machen und zu vermeiden, dass Monographien über eine bestimmtes Thema in der Landesgeschichtsforschung zu viel Platz einnehmen. Ich will damit nicht die Arbeit der Referenten schmälern, sie haben sicherlich großartige Arbeit geleistet. Jedoch ertappe ich mich bei dem Gedanken, was ein einziger für die Geschichte tun kann? Ist es nicht erfolgsversprechender mit mehreren Ansichten und Forschungsvorgehen zu arbeiten, statt einen alleine die ganze Arbeit  machen zu lassen? Immerhin kann auch ein Historiker nie ganz ohne eigene Meinung durch gegebene persönliche Umstände schreiben.

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