Schlagwörter

, , , , ,

Und hier ist auch schon der zweite Teil unserer Serie. Gleich zu Anfang wollen wir durch zwei sehr spannende Artikel auf das Problem der heutigen Mittelalterrezeption hinweisen und zum Nachdenken anregen.

Christian Schwaderer schreibt: „Quellenbegriffe sind wie klammernde Mütter: Man fühlt sich bei ihnen zuhause, geborgen, man hat es schön warm bei ihnen, sie hegen und pflegen uns. Aber sie lassen uns nicht gehen und nicht frei die Welt mit unseren Augen sehen. Man muss oft den berühmten Schritt hinaus in die Kälte machen, um Übersicht und Vogelperspektive zu gewinnen. Wir müssen uns dann und wann vom Quellenwortlaut lösen. Tun wir das, ziehen wir uns selbst aus dem Modemorast.“ Er weist in seinen Artikel „Das DX7R1 Friedrich Barbarossas“ sehr anschaulich auf das Problem der Begriffsauslegung und -interpretation hin. In seinem Beispiel geht es um die ‚Ehre‘, wie sie heute und damals verstanden wird und was für Fehler sich dadurch für die Forschung ergeben (könnten). Dafür erfindet er den neuen Begriff ‚DX7R1‘, der nicht nur die Ehre beinhaltet, sondern alles, was wir heute noch damit in Verbindung bringen.

„Keine Epoche ist so unter Vorurteilen verschüttet wie das Mittelalter. Die wohl unfairste Fehlannahme lautet: es habe keinen Fortschritt gegeben“, schreibt Eva-Maria Schnurr in dem Artikel „Mittelalter: Alles anders!“ aus der neusten Ausgabe von Der Spiegel Geschichte. Darin macht sie auf das Problem der Rezeption aufmerksam, indem sie Beispiele erläutert. Ein sehr gelungener Beitrag!

Auch dies ein Beitrag zum Thema Rezeption: Berichte außergewöhnlicher Leistungen von Bogenschützen halten sich hartnäckig. So z.B. weiß beinahe jeder, wie Robin Hood den Schießwettbewerb dadurch gewann, dass er den im Schwarzen steckenden Pfeil seines Kontrahenten mit einem eigenen spaltete und damit Prinz John seine Identität verriet (ich muss dabei immer an den Disneyfilm denken…). Zu noch spektakulären Taten ist der Däne Lars Andersen fähig, der alte Schießtechniken rekonstruierte.

Außerdem:

In Nürnberg gab es bis zum Ende des 16. Jahrhunderts das Dominikanerinnenkloster St. Katharina. Es wird vermutet, dass es dort die damals größte mittelalterliche Bibliothek gegeben haben soll. Jetzt sind deutsche Mediävisten dabei, eine Datenbank zu erstellen. Seit 2012 sind schon die ersten Texte online.

Die neue Ausgabe der Miroque Edition ist im Handel erhältlich! Das Thema: Getränke durch die Geschichte. Met, Bier und anderes für feuchtfröhliche Gelage. Doch damit wurden nicht nur Feste gefeiert. Wie und was genau noch zum Alltag gehörte könnt ihr in dieser Ausgabe nachlesen.

Außerdem gibt es die neue Ausgabe, Nr. 116, der Karfunkel im Handel zu kaufen. Der Titel ist „Germanen unterwegs: Die Völkerwanderung“, aber wie immer gibt es viele andere spannende Themen im Heft zu lesen.

Advertisements