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Krieg der Sänger

Das Buch „Krieg der Sänger“ von dem Berliner Robert Löhr hat mir viel Freude bereitet. Die gebundene Ausgabe von Piper kommt mit einem netten, dezenten Buchumschlag und einem Lesebändchen daher. In den Vorsätzen ist der Grundriss der Wartburg abgebildet und damit ist man schon im Geschehen der Handlung.


Es geht um den Sängerkrieg Anfang des 13. Jahrhunderts, einem Spektakel, das die berühmtesten Lyriker der Zeit, wie Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach, in einem Wettstreit um Leben und Tod zusammenkommen lässt. Die ursprüngliche Sage gibt es in verschiedenen Versionen, aus verschiedenen Zeiten und mit verschiedenen Darstellern (worüber ich in Marens Magisterarbeit, die genau dieses Thema beinhaltete, ausführlich informiert wurde).
Erzählt wird der Sängerkrieg hier vom Teufel selbst, der einige Jahrhunderte später mit keinem geringeren als Martin Luther in einem der Räume der Wartburg sitzt und versucht, ihn davon abzuhalten, die Bibel in die deutsche Sprache zu übersetzen, indem er ihn von der Bosheit des Menschen überzeugen will. Er prophezeit Luther sogar die Folgen, die seine Arbeit haben wird. Doch wir alle wissen, wie es ausging – Luther ließ sich nicht von der Geschichte beeinflussen und setzte sein Werk fort, denn die Geschichte um den Sängerkrieg handelt nicht nur von Gewalt und Schrecken, sondern auch von Mut und Entschlusskraft. Robert Löhr hat, meiner Meinung nach, ein gutes Mittelmaß zwischen Mythos und Realität gefunden, mit z.T. witzigen Anekdoten zu den einzelnen Darstellern und gut durchdachten Charakterzügen.

Quelle: Robert Löhr: Krieg der Sänger. Piper: München 2012.

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